Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

22.01.2015

19:31 Uhr

Parlamentswahl in Griechenland

Linke Syriza baut Vorsprung aus

Das Linksbündnis Syriza liegt vor der griechischen Parlamentswahl weiter vorn. Am Donnerstag baute sie laut Umfragen ihren Vorsprung nochmals aus. Der IWF rechnet dennoch nicht mit einem Euro-Austritt Griechenlands.

In Griechenland findet am 25. Januar die Parlamentswahl statt. dpa

In Griechenland findet am 25. Januar die Parlamentswahl statt.

AthenDrei Tage vor der griechischen Parlamentswahl hat die linke Oppositionspartei Syriza zwei Umfragen zufolge ihren Vorsprung weiter ausgebaut. Dem Institut Metron Analysis zufolge liegt sie jetzt bei 36 Prozent und liegt damit 5,3 Prozentpunkte vor den regierenden Konservativen von Ministerpräsident Antonis Samaras.

In der vorherigen Erhebung betrug der Abstand 4,3 Prozentpunkte. Ebenfalls am Donnerstag zeigte eine Umfrage von Rass einen Abstand von 4,8 Prozentpunkten nach 4,2 Prozentpunkten am Vortag.

Die Wahl findet am Sonntag statt. Griechenland wird seit 2010 mit Finanzhilfen des Internationalen Währungsfonds (IWF) und seiner Euro-Partner von 240 Milliarden Euro vor einer Staatspleite bewahrt.

19 Parteien nehmen an Parlamentswahl in Griechenland teil

19 Parteien, neun mit Chancen

Zur Parlamentswahl in Griechenland treten 19 Parteien und Parteibündnisse an. Umfragen zufolge haben neun von ihnen die Chance, die Drei-Prozent-Hürde zu überspringen und damit ins Parlament einzuziehen.

Bündnis der radikalen Linken (Syriza)

Die Partei von Alexis Tsipras hat das Land von Ende Januar bis Ende August regiert. Syriza ist ein Sammelbecken linker Bewegungen. Falls das Bündnis wieder an die Macht kommt, will es eine Umstrukturierung der griechischen Schulden durchsetzen, das Sparprogramm aber einhalten.

Der Fluss (To Potami)

Die pro-europäische Partei wurde erst 2014 gegründet. In ihren Reihen finden sich zahlreiche Uni-Professoren und Journalisten. Die Partei fordert eine möglichst breite Zusammenarbeit der politischen Kräfte, um aus der Krise zu kommen.

Goldene Morgenröte (XA)

Die rechtsradikale Partei hetzt offen gegen Migranten. Fast gegen die gesamte Führung läuft derzeit ein Prozess wegen der Bildung einer kriminellen Organisation. Mitglieder der Ultrarechten sollen 2013 einen linken Rapper totgeschlagen haben.

Kommunistische Partei Griechenlands (KKE)

Die Kommunisten sprechen sich für einen Austritt des Landes aus der Eurozone und der EU aus.

Nea Dimokratia (ND)

Die von Evangelos Meimarakis geführte konservative Partei hat Griechenland 1981 in die Europäische Gemeinschaft (EG) geführt; sie spricht sich vehement für den Verbleib des Landes in der Eurozone aus.

Panhellinische sozialistische Bewegung (Pasok)

Die panhellenische sozialistische Bewegung (Pasok) und die kleine demokratische Linke (Dimar) haben für die Wahl ein Bündnis gebildet. Die Pasok geht derzeit durch schwierige Zeiten. Die Wahl 2009 hatte sie noch mit rund 44 Prozent gewonnen. Heute kommt die Partei, die 2010 den Internationalen Währungsfonds und die Euro-Partner um Hilfe gebeten hatte, in Umfragen auf etwa 4,5 Prozent.

Zentrumsunion (Enosis Kentroon)

Laut Umfragen könnte auch diese Partei ins Parlament einziehen. Ihr Chef, Vasilis Leventis, gilt als eine Kultfigur des griechischen Trash-Fernsehens der vergangenen Jahrzehnte.

Volkseinheit (LAE)

Die Partei ist durch die Spaltung der Syriza entstanden. Ihr Chef Panagiotis Lafazanis fordert den Austritt aus der Eurozone. Griechenland solle zudem seine Schulden nicht zurückzahlen.

Unabhängige Griechen (AE)

Die Führung der rechtspopulistischen Partei, einer Abspaltung der konservativen Nea Dimokratia, spricht von einer „Besetzung“ Griechenlands durch die Geldgeber. Allerdings waren die Rechtspopulisten erst im Januar eine Koalition mit der Syriza einzugehen. Die Partei stimmte dem neuen Sparprogramm geschlossen zu. Laut Umfragen muss sie nun um den Wiedereinzug ins Parlament zittern.

Vor der Wahl gibt sich der Internationale Währungsfonds (IWF) demonstrativ gelassen. Mit einem Austritt Griechenlands aus der Eurozone nach einem möglichen Syriza-Sieg werde nicht gerechnet, sagte IWF-Sprecher Bill Murray am Donnerstag in Washington. Syriza-Chef Alexis Tsipras will den rigiden Sparkurs des Landes aufgeben und die internationalen Finanzhilfen neu verhandeln.

Murray sagte, dass der Währungsfonds mit jeder gewählten Regierung in Athen zusammenarbeiten werde. IWF-Chefin Christine Lagarde hatte am Montag vor „Konsequenzen“ gewarnt, sollten Euro-Länder gegen die Vereinbarungen der Hilfsprogramme verstoßen. Griechenland hat vom IWF und den Euro-Partnern seit 2010 Milliardenhilfen erhalten, um einen Staatsbankrott abzuwenden.

Von

rtr

Kommentare (3)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

22.01.2015, 18:57 Uhr

Die linke Oppositionspartei Syriza liegt vor der griechischen Parlamentswahl offenbar weiter vorn. Am Donnerstag baute sie Umfragen zufolge ihren Vorsprung weiter aus. In drei Tagen wird es ernst.

----------------------------------------------------------

Wann legt jetzt die EU die weitere Einmischung

in Griechenland los ????????????????????????????????????????

Wann sagen jetzt EU-Politiker :

" ENTSCHEIDET EUCH FÜR DIE EU....

MACHT WEITER SCHULDEN...

der TOPF WIRD MONATLICH GEFÜLLT...

wollt Ihr euch das entgehen lassen ? "






Herr Teito Klein

23.01.2015, 08:54 Uhr

Die Eurokraten und Spekulanten zittern vor Angst
------------
Sie sind in Schockstarre verfallen.
Aber Goldman Sachs-Draghila hilft mit seiner Billionen Bazooka.
Die Eurokraten sehen die Gefahr, dass die linksextremistische Syriza die Wahl gewinnt und aus dem Euro austritt. Das wäre für sie eine Horrorvorstellung.
Ich hoffe, dass Tsipras die Wahl gewinnt und Griechenland die Esperantowährung verlässt.
Das wäre dann das Ende der Weichwährung Euro!

Herr Peter Spiegel

23.01.2015, 12:23 Uhr

Herr Teito Klein@
Ach was. Egal was geschieht, wir werden eine Feierstunde des Regimes erleben. Griechenland ist unwichtig vor den Italienern und Franzosen haben die Angst.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×