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12.05.2013

21:01 Uhr

Parlamentswahl

Muslim-Liga liegt in Pakistan uneinholbar vorn

Armeechef Musharraf putschte ihn 1999 aus dem Amt, nun könnte Nawaz Sharif zum dritten Mal Premierminister in Pakistan werden. Überschattet wurden die Wahlen von Taliban-Terror, der mindestens 29 Todesopfer forderte.

Nawaz Sharif ap

Nawaz Sharif

Islamabad/WashingtonKnapp 14 Jahre nach seinem Sturz durch einen Militärputsch in Pakistan steht Ex-Premierminister Nawaz Sharif vor der Rückkehr in das Amt des Regierungschefs. Bei der historischen Parlamentswahl in der südasiatischen Atommacht gelang seiner Muslim-Liga (PML-N) nach vorläufigen Ergebnissen aus fast allen Wahlkreisen ein Erdrutschsieg. Eine absolute Mehrheit dürfte die konservative Partei aber verfehlt haben. Die Ergebnisse wurden von Fernsehsendern erhoben und sind nicht offiziell.

Weit hinter der PML-N lag an zweiter Stelle die Tehreek-e-Insaf (Bewegung für Gerechtigkeit/PTI) von Kricket-Legende Imran Khan, der aber dennoch ein Achtungserfolg gelang. Die regierende Volkspartei PPP musste eine vernichtende Niederlage hinnehmen. Sharif erklärte sich noch während der Auszählung der Stimmen zum Sieger. Khan räumte am Sonntag die Niederlage seiner Partei bei der Wahl am Vortag ein. Eine offizielle Stellungnahme der PPP gab es nicht.

Der Sender Geo News rechnete der PML-N am Sonntagabend 125 von 272 Wahlkreisen zu. Die PTI kam demnach auf 32 Sitze, die PPP auf 31. Für eine absolute Mehrheit von 137 Sitzen kann die PML-N darauf hoffen, dass sich unabhängige Kandidaten ihr anschließen, die nach Angaben von Geo News in 31 Wahlkreisen die Mehrheit holten. Sonst wäre die PML-N auf Koalitionspartner angewiesen. Die PTI hat vor der Wahl angekündigt, nicht für eine Koalition mit etablierten Parteien zur Verfügung zu stehen.

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Der staatliche Sender PTV veröffentlichte ähnliche Zahlen wie Geo News. Auch alle anderen Medien sahen die PML-N mit weitem Abstand vorne. Das amtliche Endergebnis und einen offiziellen Wahlsieger verkündet die Wahlkommission, die dafür maximal 14 Tage Zeit hat. Die Kommission veröffentlichte bis zum Sonntagabend Ergebnisse aus 52 Wahlkreisen, von denen die PML-N 30 gewann.

Zahlreiche Wähler machten die PPP für die Energieknappheit, die Wirtschaftskrise und die schlechte Sicherheitslage verantwortlich. Es ist das erste Mal seit der Unabhängigkeit 1947, dass eine zivile Regierung die Macht an demokratisch gewählte Nachfolger übergibt. Etwa die Hälfte der Zeit war Pakistan vom Militär beherrscht. Sharif war im Oktober 1999 bei einem unblutigen Putsch vom damaligen Armeechef Pervez Musharraf gestürzt worden.

Sharif, der in den 90er Jahren zweimal Premierminister war, sagte vor jubelnden Anhängern in seiner Heimatstadt Lahore: „Gott hat uns mit diesem Sieg gesegnet.“ Er bot den anderen Parteien Zusammenarbeit an, um die drängenden Probleme des Landes zu lösen. „Ich werde an jeden appellieren, sich nicht zu meinem Wohl, sondern zum Wohl von 180 Millionen Pakistanern mit mir an den Tisch zu setzen.“ PTI-Vizepräsident Asad Umar gratulierte Sharif.

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