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08.11.2015

14:50 Uhr

Parlamentswahl

Myanmar feiert erste freie Wahl seit 25 Jahren

Begleitet von großen Hoffnungen ist in Myanmar die erste freie Parlamentswahl seit 25 Jahren abgehalten worden. Sie gilt als großer Schritt in Richtung Demokratie – wenn das Militär das Ergebnis des Urnengangs anerkennt.

Anhänger von Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi feierten nach der Wahkl auf den Straßen von Rangun. Reuters

Jubel nach der Parlamentswahl

Anhänger von Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi feierten nach der Wahkl auf den Straßen von Rangun.

RangunMyanmar hat erstmals seit 25 Jahren frei ein Parlament gewählt. Die Abstimmung am Sonntag unter strengen Sicherheitsvorkehrungen verlief ohne größere Zwischenfälle. Sie ist ein großer Schritt in Richtung Demokratie für das über Jahrzehnte von einem Militärregime geführte Land.

Die Wahllokale schlossen um 16.00 Uhr Ortszeit (10.30 Uhr MEZ), erste Ergebnisse sollen frühestens am Montag vorliegen. Es wird erwartet, dass die Partei Nationale Liga für Demokratie (NLD) der Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi die meisten Stimmen der rund 30 Millionen Wahlberechtigten erhält.

Schon früh bildeten sich bei dem Urnengang am Sonntag lange Schlangen vor den Wahllokalen. "Sieg, Sieg", riefen die Anhänger von Suu Kyi, als die Friedensnobelpreisträgerin am Vormittag in Rangun ihre Stimme abgab.

Der Oberbefehlshaber der Streitkräfte, Min Aung Hlaing, kündigte an, das Votum des Volkes zu akzeptieren. Bei der bislang letzten freien Wahl 1990 hatte die NLD gewonnen, was jedoch vom Militär nie anerkannt wurde. Rund 10.000 Beobachter befanden sich in dem Land, um den Ablauf der Wahlen zu prüfen.

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Nobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi kämpft für den Machtwechsel bei Myanmars ersten freien Wahlen seit Jahrzehnten. Fast Food und Smartphones erobern das Land. Die Armee behält jedoch nach wie vor die Kontrolle.

Tausende Kandidaten von insgesamt 91 Parteien stellten sich in den Parlaments- und Regionalwahlen. Auch im Falle eines Erdrutschsieges ist ausgeschlossen, dass Aung San Suu Kyi Präsidentin des südostasiatischen Landes wird. Dies verhindert die Verfassung, was Suu Kyi bereits als „sehr albern“ bezeichnete.

Einen Großteil ihres Lebens hat Suu Kyi unter Hausarrest verbracht. Erst Ende 2010 wurde dieser aufgehoben. Wenige Monate später trat die Armee die Macht an eine halbzivile Regierung ab. Angeführt von ehemaligen Generälen ebnete diese den Weg für politische Reformen, die die weltweite Isolation des Landes beendeten.

Sollte die NLD nun die Mehrheit der Stimmen erhalten und dadurch die erste demokratisch gewählte Regierung seit Anfang der 1960er Jahre formen, will die 70-jährige Suu Kyi die Zügel der Macht aus der zweiten Reihe in den Händen halten. Bei ihrer Stimmabgabe wurde sie von der Menge gefeiert, die „Sieg, Sieg“ skandierte.

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