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16.05.2017

15:55 Uhr

Parlamentswahlen in England

Labour will Uni-Gebühren abschaffen und Gesundheitssystem fördern

Die Labour-Partei setzt im Wahlprogramm für die britische Parlamentswahl auf soziale Themen: höhere Steuern für Reiche und mehr Wohnungen für Arme. Die Konservativen sprechen von einer „Weihnachtswunschliste“.

Der Chef der Labour-Partei will das staatliche Gesundheitssystem stärken. AFP

Jeremy Corbyn

Der Chef der Labour-Partei will das staatliche Gesundheitssystem stärken.

BradfordHöhere Steuern für Reiche, mehr Wohnungen für Arme: Die oppositionelle Labour-Partei setzt in ihrem „radikalen“ Wahlprogramm für die britische Parlamentswahl am 8. Juni voll auf soziale Themen. „Das ist ein Manifest für alle und nicht für die wenigen“, sagte Parteichef Jeremy Corbyn am Dienstag in Bradford. Die regierenden Konservativen nannten die Wahlversprechen eine „Weihnachtswunschliste“, die nicht finanzierbar sei.

Die Labour-Partei will mehr Geld in das staatliche Gesundheitssystem NHS (National Health System), das in einer tiefen Krise steckt, pumpen und lange Wartezeiten verkürzen. Schulklassen sollen kleiner und Uni-Gebühren abgeschafft werden. Finanziert werden soll das unter anderem durch höhere Einkommenssteuern bei Großverdienern.

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Am 8. Juni wird in Großbritannien gewählt – und die Konservativen liegen in Umfragen mit bis zu 19 Punkten in Führung. Ministerpräsidentin May und ihr Brexit-Kurs genießen damit historischen Rückhalt.

Bahn- und Energieunternehmen sollen dem Alt-Linken Corbyn zufolge verstaatlicht werden. Zudem werden laut Wahlprogramm 10.000 zusätzliche Polizisten eingestellt. Einen ungeregelten Ausstieg aus der EU, wie ihn die Konservativen angedroht haben, lehnt Labour ab.

In den vergangenen Jahren habe unter den regierenden Konservativen nur die Elite profitiert, sagte Corbyn. Er forderte Premierministerin Theresa May zu einem TV-Duell vor der Wahl auf. May lehnte das ab. Die Konservativen wollen am Donnerstag ihr Programm vorstellen. Labour liegt in den Prognosen weit hinter den Konservativen.

Der preisgekrönte Filmemacher Ken Loach (80) schaltete sich unterdessen mit einem Fernsehclip für die Labour-Partei in den Wahlkampf ein. Darin spricht Corbyn über Themen wie Chancengleichheit.

Von

dpa

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