Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

19.04.2015

21:32 Uhr

Parlamentswahlen

Machtwechsel in Finnland

Bei der Parlamentswahl am Sonntag hat die oppositionelle Zentrumspartei von Juha Sipilä den Sieg errungen. Sie wird damit die Regierung des konservativen Ministerpräsidenten Alexander Stubb ablösen.

Parlamentswahl in Finnland

Machtwechsel: Millionär Sipilä gewinnt Wahl

Parlamentswahl in Finnland: Machtwechsel: Millionär Sipilä gewinnt Wahl

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

HelsinkiBereits am Sonntagabend gestand der finnische Ministerpräsident Alexander Stubb seine Niederlage in der Parlamentswahl ein und beglückwünschte den Vorsitzenden der oppositionellen Zentrumspartei Sipilä zu seinem Triumph. „Ich erkenne an, dass das Zentrum gewonnen hat - Glückwunsch“, sagte Stubb anderthalb Stunden nach Schließung der Wahllokale im Fernsehsender Yle. Nach den Prognosen des Senders kann die Zentrumspartei künftig über 47 der 200 Parlamentssitze verfügen und dürfte somit den Ministerpräsidenten in dem skandinavischen EU-Mitgliedsland stellen.

Der 53-jährige Millionär und IT-Unternehmer Sipilä, ein Neuling in der Politik, hat es offen gelassen, mit welchen Partnern er eine Koalitionsregierung eingehen will. „Ich bin wirklich zufrieden mit diesen Ergebnissen“, sagte er am Sonntagabend. Die Wahl der Koalitionspartner hänge nun vom Regierungsprogramm ab.

Die skurrilsten Fakten über Island

Hej Du!

Gerade einmal 320.000 Menschen leben auf Island. Man kennt sich – und duzt sich. Und: Isländer sprechen sich mit dem Vornamen an. Auch das Telefonbuch ist anders als in Deutschland nach Vornamen sortiert.

Island bebt

Auf Island bebt jeden Tag die Erde. Etwa 30 Vulkansysteme sind hier aktiv. Die Insel driftet aufgrund der Aktivität des Bodens pro Jahr ein bis zwei Zentimeter auseinander, denn die Hälfte des Landes liegt auf der nordamerikanischen, die andere auf der eurasischen Erdplatte.

Insel ohne Bäume

Auf Island wachsen von Natur aus keine Bäume. Für den Hausbau haben die ersten Siedler angeschwemmtes Material verwendet und daraus eine Art Skelett gebaut, dass dann mit Lehm und Gras überdeckt wurde.

Alte Sprache

Die isländische Sprache hat sich seit dem Mittelalter kaum verändert. Die erhaltenen Sagas aus der Zeit können die Menschen heute noch problemlos lesen. Die Sagas sowie die nordischen Heldenlieder sind die ältesten Schriftsätze, die in Europa erhalten geblieben sind.

Kein Bahnhof in Sicht

Die Hauptstadt Reykjavik hat keinen, die zweitgrößte Stadt Kopavogur auch nicht – und Hafnarfjördur sowieso nicht: Auf Island gibt es keine Bahnhöfe, da es schlicht keinen Schienenverkehr gibt. Dafür gibt es fünf Flughäfen und 19 Häfen. Und: Das Straßennetz beträgt eine Länge von 13.004 Kilometern Jedoch sind davon nur 4331 Kilometer asphaltiert. Die restlichen Straßen sind eher als Schotterwege zu bezeichnen.

Das Land der Erneuerbaren Energien

Der Strom auf Island wird zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien erzeugt (75 Prozent Wasserkraft, 25 Prozent Geothermie). Die Gebäudebeheizung wird zu 90 Prozent geothermisch betrieben.

Was können die Isländer besser als die Deutschen?

Geländewagen fahren. Das isländische Hochland ist geprägt von Schotterstraßen, die unter Geländefahrern als beliebtes Reiseziel gelten. Offroad-Fahren, also Fahren abseits der „Straßen” ist zum Schutze der empfindlichen Vegetation jedoch verboten.

Beobachter rechnen mit einer schwierigen und langwierigen Regierungsbildung. Sipilä hatte versprochen, eine funktionsfähige Koalition zu bilden, die effizienter arbeiten werde als ihre Vorgängerin. Die Prognosen der finnischen Fernseh- und Radiosender sahen an zweiter Stelle in etwa gleich auf die bisher regierenden Sozialdemokraten und Stubbs konservative Partei Nationale Koalition mit jeweils 37 Mandaten. Die rechtspopulistischen Wahren Finnen kamen demnach auf etwa 35 Mandate.

Das von Stubb geführte Vier-Parteien-Bündnis stand wegen der Wirtschaftskrise in der Kritik. Die Arbeitslosenquote liegt in Finnland derzeit bei 9,2 Prozent - die höchste Rate seit 2003. Sipilä hatte im Wahlkampf versprochen, die Wirtschaft des Landes nach drei Jahren Rezession und Stagnation wieder in Schwung zu bringen. „Unser Land verdient Besseres“, hatte Sipilä in seinem Blog geschrieben. „Die Politik muss zu einem Klima des Vertrauens zurückkehren.“

Finnland: Die Angst vor dem verlorenen Jahrzehnt

Finnland

Premium Die Angst vor dem verlorenen Jahrzehnt

Finnland kämpft seit Jahren mit wirtschaftlichen Problemen, die Politik scheint wie gelähmt. Wenige Tage vor den Parlamentswahlen spricht nun vieles für einen Regierungswechsel in Helsinki.

Die Zentrumspartei hat in Finnland bereits zwölf Mal den Ministerpräsidenten gestellt und drei Mal den Staatschef. Im Jahr 2011 war sie aber nach zehn Jahren an der Regierung abgewählt worden und in die Opposition gegangen. Sipilä gehört der Partei seit Jugendtagen an, ging aber erst spät in die Politik. Nach seiner Wahl ins Parlament 2011 übernahm er nach nur einem Jahr die Parteiführung, wobei er von der Umbildung der Partei nach der Niederlage 2011 profitierte.Stubb hatte die Regierungsgeschäfte erst im vergangenen Juni übernommen, als der bisherige Ministerpräsident Jyrki Katainen in die EU-Kommission nach Brüssel wechselte.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×