Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

11.08.2014

15:23 Uhr

Partei nominiert Nachfolger

Al-Maliki verliert Rückhalt der Schiiten

Die Machtbasis von Nuri al-Maliki bröckelt: Die mit seiner Partei Verbündete Allianz schiitischer Parteien hat einen Nachfolger nominiert. Haidar al-Abadi soll bereits mit der Regierungsbildung beauftragt worden sein.

Neuer starker Mann im Irak? Haidar al-Abadi (l.) wurde von der schiitischen Partei als Nachfolger für al-Maliki nominiert. Reuters

Neuer starker Mann im Irak? Haidar al-Abadi (l.) wurde von der schiitischen Partei als Nachfolger für al-Maliki nominiert.

BagdadIm Irak ist ein offener Machtkampf um das Amt des Ministerpräsidenten ausgebrochen. Präsident Fuad Massum beauftragte am Montag den schiitischen Politiker Haidar al-Abadi offiziell mit der Regierungsbildung, wie die Nachrichtenseite Shafaaq News berichtete.

Damit geht der Staatschef auf Konfrontation zum schiitischen Regierungschef Nuri al-Malikik, der selbst für eine weitere Amtsperiode wiedergewählt werden will. Die schiitischen Parteien im Parlament hatten Al-Abadi zuvor für das Amt nominiert.

Al-Maliki hatte am Sonntagabend die Armee an strategisch wichtigen Punkten in Bagdad positioniert, um seinen Machtanspruch zu demonstrieren. In einer TV-Ansprache warf er Massum zugleich Verfassungsbruch vor.

Kampf gegen IS-Extremisten: USA beginnen mit Waffenlieferung an Kurden

Kampf gegen IS-Extremisten

USA beginnen mit Waffenlieferung an Kurden

Die USA haben Waffenlieferungen an die Kurden im Irak begonnen. Sie sollen im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat gestärkt werden. In der EU will am Dienstag über die Lage im Irak beraten.

Die großen Parteien in Bagdad streiten sich seit Wochen darüber, wer nächster Regierungschef wird. Nach Sunniten und Kurden fordern auch immer mehr Schiiten den Rückzug von Al-Maliki aus dem Amt. Sie machen ihn für den Vormarsch der Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) verantwortlich. Al-Malikis Rechtsstaats-Allianz hatte bei den Wahlen Ende April als stärkste Kraft abgeschnitten. Er braucht aber Koalitionspartner, um wiedergewählt zu werden.

Der Schiit al-Abadi ist ein Parteifreund des Ministerpräsidenten. Al-Malikis Rechtsstaats-Allianz lehnte seine Kandidatur am Montag jedoch ab. Al-Abadi repräsentiere das Parteienbündnis nicht, sagte die Abgeordnete Hanan al-Fatlawi in Bagdad. Seine Nominierung verstoße gegen das Gesetz.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×