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05.09.2012

17:01 Uhr

Parteitag der Demokraten

Bill Clintons große Show in Obamas Diensten

VonNils Rüdel

Er hat eine ausgezeichnete Bilanz, ist beliebt und ist ein begnadeter Redner: Bill Clinton soll Obama auf dem Parteitag aus der Patsche helfen. Das macht der Ex-Präsident gerne – und genießt den Rummel um seine Person.

Obamas Joker: Clinton macht Wahlwerbung

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Charlotte„Naja, also da war ja diese Sache damals“, sagt Joan Huddleston. „Sie wissen schon, im Oval Office“. Das sei nicht schön gewesen, was Bill Clinton da gemacht habe. Seine Frau betrogen, die nette Hillary, mit so einem jungen Ding. Joan Huddleston, 75, grauer Haarzopf, blaue Strickjacke, guckt jetzt sehr streng.

Doch dann lächelt sie schnell wieder: „Aber er konnte ja eigentlich nichts dafür“, sagt sie mit Güte in der Stimme, ohne den Namen Monica Lewinsky zu erwähnen. „Er wurde ganz klar verführt“. Ansonsten sei Clinton ein ehrenhafter Mann. Mehr noch: „Niemals ist es Amerika so gut gegangen als in den Jahren, in denen er Präsident war“, sagt Huddleston. Niemals habe die Wirtschaft so floriert.

Liveblog: Parteitag: Obamas Plädoyer für eine zweite Amtszeit

Liveblog: Parteitag

Obamas Plädoyer für eine zweite Amtszeit

Die Nominierung Barack Obamas zum Kandidaten der Demokraten war Formsache. Aber der Präsident und sein Team mussten Fans und Skeptiker überzeugen, die Wiederwahl verdient zu haben. Reden, Dokumente und Einschätzungen.

Huddleston ist aber eigentlich nicht wegen Clinton hier nach Charlotte, North Carolina, gekommen. Die Seniorin aus Georgia ist eine von 4000 Delegierten, die diese Woche auf dem Parteitag der Demokraten Barack Obama zum Präsidentschaftskandidaten nominieren sollen.

Allerdings: Damit er im November auch wiedergewählt wird, dafür braucht Obama dringend die Hilfe seines Vor-Vorgängers Clinton. Obama, der nicht mehr so populäre 44. Präsident, soll den ungemein populären 42. Präsidenten persönlich gebeten haben, hier aufzutreten und ein gutes Wort einzulegen.

Das gab es so noch nie – und es ist nicht ohne Ironie: Hatte doch Obama 2008 Hillary Clinton die Nominierung geklaut, in einem erbitterten und giftigen Vorwahlkampf. Spätestens seitdem gilt das Verhältnis zwischen Barack und Bill als mindestens leicht unterkühlt. Nicht gerade geholfen haben zudem Clintons jüngste Ausflüge über die Parteilinie hinaus – etwa, als er die Karriere von Obama-Gegner Mitt Romney als Finanzinvestor „glänzend“ nannte und Private Equity als etwas Gutes.

Der Zeitplan bis zu den US-Präsidentschaftswahlen

Parteitage

Vom 27. bis 30. August fand die Parteiversammlung der Republikaner in Tampa (Florida) statt. Noch bis zum 6. September, haben sich die Demokraten in Charlotte (North Carolina) versammelt. Dabei wird Präsident Obama offiziell zum Kandidaten bestimmt.

Schlussphase

3. Oktober: Erste von drei TV-Debatten der Kandidaten - 11. Oktober: TV-Debatte der Kandidaten als Vizepräsident - 6. November: Präsidentschaftswahl, außerdem US-Kongresswahlen - 20. Januar 2013: Vereidigung des neuen US-Präsidenten

Präsidentenwahl Teil 1

Am Dienstag nach dem ersten Montag im November (diesmal der 6.) wird endlich gewählt. Dann strömen die Amerikaner zu den Wahlurnen um ihre Wahlmänner zu bestimmen.

Präsidentenwahl Teil 2

Am Montag nach dem zweiten Mittwoch im Dezember (diesmal der 17.) schreiten die Wahlmänner zur finalen Abstimmung. Sie wählen in ihrem jeweiligen Bundesstaat einen der beiden Kandidaten.

Auszählung und Vereidigung

Am 6. Januar 2013 werden die abgegebenen Stimmen gezählt, indem der Präsident des Senats die vorliest. Der Sieger der Wahl und somit der neue Präsident der USA wird am 20. Januar 2013 in Washington vereidigt.

Aber das ist im Moment lange her. Heute Abend wird Clinton vor Tausenden in der Sportarena Time Warner Cable Arena und vor einem Millionenpublikum an den Fernsehern den Amerikanern erklären, warum sie Obama eine zweite Amtszeit gewähren sollen. Eine große Aufgabe für einen Ex-Präsidenten und Ehemann der Ex-Konkurrentin – denn diese offizielle Nominierungsrede hält sonst der Vize-Präsident. Obamas Wahlkampfstrategen haben den nüchternen Joe Biden ersetzt und hoffen stattdessen auf einen mitreißenden Clinton.

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

05.09.2012, 17:33 Uhr

Der Zigarrenliebhaber Clinton hat letztlich mit seinen bankenfreundlichen Gesetzen die Saat gesaet, die nachfolgende Krisen erst ermoeglichte. Er wird oft in einem voellig verzerrtem Licht dargestellt.

Account gelöscht!

05.09.2012, 18:17 Uhr

So wie in Ihrem Kommentar.

Account gelöscht!

05.09.2012, 20:21 Uhr

Die "Krise" wurde einzig und allein vom Nichtskönner und Vollidioten Bush verursacht.

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