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08.11.2012

11:16 Uhr

Parteitag in Peking

Wie korrupt sind Chinas Kommunisten?

VonFinn Mayer-Kuckuk

Auf ihrem Parteitag in China feiert sich die KP selbstverliebt. Doch aus der einstigen Arbeiterpartei ist längst eine Partei der Kapitalisten geworden, in der Korruption und Vetternwirtschaft regiert.

Generationswechsel in der Führung

Chinas Kommunisten beginnen Parteitag

Generationswechsel in der Führung: Chinas Kommunisten beginnen Parteitag

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PekingDas Rot der Vorhänge sticht geradezu unangenehm ins Auge. Hinter der Bühne hängen Hammer und Sichel in gigantischen Dimensionen. Eine spießige Blumen-Deko trennt die Top-Funktionäre von den einfachen Delegierten: China feiert den Steinzeit-Kommunismus. Und die Partei beweist der Welt, dass sie ihre überkommenen Rituale nicht modernisieren muss. Warum auch? Eisern hält sie an der Macht im Land fest. Nach innen und außen ist sie so erfolgreich wie nie zuvor.

Am Donnerstagmorgen hat in Peking ein politisches Mega-Ereignis begonnen, das mindestens ebenso wichtig ist wie die Wahl in den USA: ein Parteitag der Kommunistischen Partei Chinas. Nur alle fünf Jahre treffen sich die Delegierten der größten politischen Organisation der Welt. Und nur alle zehn Jahre wählen sie dabei eine neue Parteiführung. Diesmal ist es wieder so weit.

Die rund 2300 Delegierten werden sich dabei voraussichtlich für den bisherigen Vizepräsidenten Xi Jinping als neuen Parteichef entscheiden. Auch das Politbüro, die Schaltzentrale Chinas, wird neu besetzt. Xi sitzt nun in der ersten Reihe und schaut ernst in die Kameras. Der kommende Präsident wird geradezu monumentale Probleme bewältigen müssen. Er muss die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt durch einen komplizierten Umbau steuern, ohne dass dabei das Wachstum abreißt. Vor allem aber muss er das Vertrauen in die Führungsrolle der Partei wiederherstellen. Das Image der Herrschaftskaste ist durch hemmungslose Selbstbereicherung angeschlagen.

Der große Unbekannte: Xi Jinping übernimmt das Ruder in China

Der große Unbekannte

Xi Jinping übernimmt das Ruder in China

Auf „Who is Hu?“ folgt „Wie ist Xi?“. Xi Jinping ist ein Sprössling der roten Aristokratie. Ähnlich wie der scheidende Staats- und Parteichef Hu Jintao gibt Chinas künftiger Führer viele Rätsel auf.

Doch zunächst hielt am Donnerstagmorgen der bisherige Parteivorsitzende und Staatspräsident Hu Jintao zum Auftakt eine Rede. Sie bestand im Wesentlichen aus den üblichen Floskeln der Kommunisten.

Vom „Sozialismus chinesischer Prägung“ ist da die Rede. Vom „Mao-Zedong-Denken“, auf das sich die Partei immer noch offiziell stützt. Hu lobt die Leistungen der Partei, die das Volk durch „wissenschaftliche Entwicklung“ aus der Rückständigkeit geholt habe.

Kommentare (22)

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RumpelstilzchenA

08.11.2012, 11:03 Uhr

Wie korrupt sind Chinas Kommunisten?
China mit Europa im Wettstreit. Bei uns ist die Korruption doch zu Hause. Griechenland die Geburtsstätte der "Demokratie" und der Korruption. Da ist Europa unschlagbar!

Castor

08.11.2012, 11:47 Uhr

"Nebenverdienende" Politiker sind auch in diesem Land gang und gebe. Man denke nur an den aktuellen Fall des SPD-Kanzlerkandidaten, der Talk-Gelder einer Charity-Veranstaltung, die eigentlich für "Wiwen und Weise" gedacht sind, in die eigene Tasche hat lenken lassen.
Natürlich legal und juristisch nicht zu beanstanden.

abc

08.11.2012, 11:47 Uhr

Korruption ist kein Markenzeichen von Kapitalismus sondern von Sozialismus. Wesensmerkmal des Kapitalismus ist Wettbewerb. Einen Unternehmer kann man nicht bestechen. Entweder ein Lieferant liefert eine Leistung zu einem akzeptablem Preis oder er liefert nicht.

Korruption ist ein Wesensmerkmal von Sozialismus/Dikaturen. Korruption funktioniert dann, wenn Entscheider die ökonomischen Folgen einer Entscheidung (hier: Die Folgen für die Gesellschaft oder ein Unternehmen) nicht tragen müssen, staatlichen Schutz geniessen und deshalb zu gunsten persönlicher Vorteile entscheiden können.

Es ist kein Zufall das in sozialistischen Staaten wie Griechenland die Korruption blüht und in kapitalistischen Staaten wie den USA kaum Korruption existiert.

Das sich manche Firmen wie Siemens an der Korruption beteiligen ist traurig, aber eigentlich eine logische Konsequenz einer sozialistischen gesellschaftlichen Realität. Siemens ist ja nicht in Deutschland korrumpiert, sondern Siemens benutzt (so wie alle anderen Firmen) Korruption weil Korruption im Sozialismus normal ist.

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