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07.09.2012

07:23 Uhr

Parteitags-Rede

Obama bittet die Amerikaner um Geduld

VonNils Rüdel

US-Präsident Obama hat die Abstimmung im November zur Schicksalswahl einer ganzen Generation erklärt. Er warb um Vertrauen  und zog einen scharfen Kontrast zum Gegner. Allein: Es war nicht einer seiner besten Auftritte.

„Wir können es schaffen”

Video: „Wir können es schaffen”

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CharlotteNein, das hier ist nicht mehr das Jahr 2004. Das Jahr, in dem ein hoffungsvoller Jungpolitiker aus Chicago namens Barack Obama zum ersten Mal auf die Weltbühne trat und etwas von „Hope“, Hoffnung, erzählte. Unendlich lange liegt das nun zurück. Nun, im Jahr 2012, ist der einstige Jungpolitiker ergraut und ernster geworden.

Und er selbst lässt keinen Zweifel daran: „Als ich das erste mal vor diesem Parteitag sprach, war ich ein jüngerer Mann“, sagte Präsident Obama am Donnerstagabend auf der Convention der Demokraten in Charlotte, North Carolina. „Acht Jahre später wurde diese Hoffnung auf eine harte Probe gestellt“. Zwei Kriege, eine der schlimmsten Wirtschaftskrisen, politischer Stillstand in Washington – „die Zeiten haben sich geändert, und ich ebenso“, sagte Obama. Die Realität hat „Yes, we can“ längst verschlungen.

Obama Parteitagsrede

Schicksalswahl

„...wenn alles gesagt und getan ist - wenn Ihr diesen Wahlzettel ...in die Hand nehmt -, dann werdet Ihr es mit der klarsten Wahl...seit Generationen zu tun haben. In den nächsten Jahren werden große Entscheidungen in Washington getroffen werden, über Jobs und die Wirtschaft, Steuern und Defizite, Energie und Bildung, Krieg und Frieden - Entscheidungen, die auf Jahrzehnte hinaus große Auswirkungen auf unser Leben und das Leben unserer Kinder haben werden.“

Schicksalswahl II

„Es wird eine Wahl zwischen zwei verschiedenen Wegen für Amerika sein...Eine Wahl zwischen zwei fundamental verschiedenen Visionen für die Zukunft.“

„Aber Du musst das wissen, Amerika: Unsere Probleme können gelöst werden. Unsere Herausforderungen können bewältigt werden. Der Weg, den wir bieten, mag härter sein, aber er führt zu einem besseren Ort. Und ich bitte Euch, diese Zukunft zu wählen...“

Über die Republikaner

Unsere Freunde auf dem republikanischen Parteitag waren mehr als glücklich, über alles zu sprechen, das nach ihrer Ansicht falsch läuft mit Amerika. Aber sie haben nicht viel darüber zu sagen gehabt, wie sie es richtig machen würden. Sie wollen Eure Stimme haben, aber sie wollen nicht, dass Ihr ihren Plan kennt. Und das liegt daran, dass alles, was sie zu bieten haben, das gleiche Rezept ist, das sie in den vergangenen 30 Jahren gehabt haben.“

Appell an die Geduld

„Ich will nicht so tun, als ob der Weg, den ich anbiete, schnell oder leicht ist. Das habe ich nie getan. Ihr habt mich nicht gewählt, damit ich Euch sage, was Ihr hören wolltet. Ihr habt mich gewählt, damit ich Euch die Wahrheit sage. Und die Wahrheit ist, es wird für uns mehr als einige wenige Jahre dauern, um die Herausforderungen zu bewältigen, die sich über Jahrzehnte hinweg aufgebaut haben.“

Appell an die Geduld II

„Wenn Du an ein Land glaubst, in dem jeder eine faire Chance erhält, und jeder seinen fairen Beitrag leistet, und jeder sich an dieselben Regeln hält, dann brauche ich diesen November Deine Stimme...Ja, unsere Straße ist länger - aber wir reisen gemeinsam auf ihr. Wir kehren nicht um. Wir lassen niemanden zurück. Wie ziehen einander hoch. Wir gewinnen Stärke aus unseren Siegen, und wir lernen aus unseren Fehlern. Aber wir behalten unsere Augen auf jenen fernen Horizont gerichtet...in dem Wissen, dass wir wirklich gesegnet sind, Bürger der größten Nation auf der Erde zu sein. “

Außenpolitik

„In einer Welt neuer Bedrohungen und neuer Herausforderungen könnt Ihr eine Führung wählen, die geprüft worden ist und sich bewährt hat....Aber trotz aller Fortschritte, die wir erzielt haben, bleiben Herausforderungen...Mein Kontrahent und sein Vizekandidat sind Neulinge in der Außenpolitik...sie wollen uns in eine Ära des Getöses und der Schnitzer zurückbringen, die Amerika bereits so viel gekostet haben.“

Selbstkritik

„Ich bin nicht länger nur ein Kandidat. Ich bin der Präsident...Und während ich stolz auf das bin, was wir gemeinsam erreicht haben, bin ich mir weitaus stärker meiner eigenen Fehler bewusst...Aber ich habe nie größere Hoffnungen für Amerika gehabt. Nicht, weil ich glaube, dass ich alle Antworten habe...Ich bin hoffnungsvoll wegen Euch.“

Sogar auch hier, am Donnerstagabend. Ausgerechnet bei seiner mit Erwartungen überladenen, wichtigsten Rede des gesamten Wahlkampfes, vor 20.000 Anhängern im Saal und Millionen vor den Fernsehern, wirkte Obama verhalten. Die Wucht, die seine Reden haben können, die Kraft, mit der Ex-Präsident Bill Clinton am Vortag Millionen begeistert hatte – davon war zumindest an diesem Abend wenig zu spüren.

Liveblog: Parteitag: Obamas Plädoyer für eine zweite Amtszeit

Liveblog: Parteitag

Obamas Plädoyer für eine zweite Amtszeit

Die Nominierung Barack Obamas zum Kandidaten der Demokraten war Formsache. Aber der Präsident und sein Team mussten Fans und Skeptiker überzeugen, die Wiederwahl verdient zu haben. Reden, Dokumente und Einschätzungen.

Dabei musste ihm der Kraftakt gelingen, den Amerikanern zu erklären, warum sie ihn am 6. November noch einmal wählen sollten. Trotz Jobkrise, wackeliger Wirtschaft und einer weit verbreiteten Hoffnungslosigkeit. Er zählte seine Erfolge auf – den freien Fall der Wirtschaft gestoppt, Millionen Jobs geschaffen, eine epochale Gesundheitsreform, der Tod Osama Bin Ladens oder die Finanzmarktreform – doch irgendwie musste auch noch ein neuer Sound her.

Republikaner gegen Obama

Let’s get dirty: US-Wahlwerbung

Republikaner gegen Obama: Let’s get dirty: US-Wahlwerbung

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Und er fand ihn: Die Amerikaner, bat der Präsident, sollten noch Geduld haben. Das Land sei auf dem richtigen Weg, doch was sich in Jahrzehnten an Schwierigkeiten angesammelt habe, lasse sich nicht in wenigen Jahren beseitigen. „Unsere Probleme sind lösbar, unsere Herausforderungen können geschafft werden“. Der Weg dahin möge schwierig sein, „aber er führt in eine bessere Zukunft“.

Etappen im Duell Obama/Romney

2. November

Letztmalig vor dem Urnengang werden Arbeitslosenzahlen veröffentlicht

6. November

Präsidentschaftswahl

20. Januar 2013

Vereidigung des Präsidenten

Kommentare (4)

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icke

07.09.2012, 07:05 Uhr

mitt happens

bigerasser

07.09.2012, 07:26 Uhr

was wollen denn die satrapen des großen geldes reißen.

die dürfen die gewinnvoraussetzungen erhalten mit gewalt nach außen und innen und ansonsten dem volk versprechen und es nasführen

GODS OWN COUNTRY auf dem weg ins schattenreich

Bernd

07.09.2012, 08:06 Uhr

Geduld.... wir brauchen noch eine Weile um das Land ganz in den Abgrund zu bringen ......
Genau so wie in Europa.....

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