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11.07.2015

14:30 Uhr

Peking

Weitere Anwälte von „Zeit“-Mitarbeiterin festgenommen

Die chinesische Journalistin und „Zeit“-Mitarbeiterin Zhang Miao ist frei – auch dank des Engagements ihrer Anwälte. Die sind nun ins Visier der chinesischen Behörden geraten. Mindestens fünf Anwälte wurden festgenommen.

Unter den nun inhaftierten Anwälten ist auch die chinesische Menschenrechtsaktivisten Wang Yu, die die „Zeit“-Mitarbeiterin Zhang Miao in einem Prozess vertrat. ap

Bekannte Menschenrechtlerin

Unter den nun inhaftierten Anwälten ist auch die chinesische Menschenrechtsaktivisten Wang Yu, die die „Zeit“-Mitarbeiterin Zhang Miao in einem Prozess vertrat.

PekingNach der Freilassung der chinesischen Journalistin und „Zeit“-Mitarbeiterin Zhang Miao aus monatelanger Haft ist die für sie tätige Anwaltskanzlei ins Visier der Staatsmacht geraten. Der Rechtsanwalt Zhang Qingfang sagte der Nachrichtenagentur AFP am Samstag, die Polizei habe mindestens fünf Anwälte und Mitarbeiter der Kanzlei Beijing Fengrui festgenommen.

Beijing Fengrui machte sich unter anderem durch die Vertretung der Journalistin einen Namen als Kanzlei, die sich mit Menschenrechtsfällen befasst. Bereits am Freitag war die Festnahme eines Anwalts von Zhang von Freunden bekannt gegeben worden. Unter den übrigen Festgenommen ist offenbar auch die bekannte Menschenrechtsanwältin Wang Yu.

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William Nee, ein Mitarbeiter von Amnesty International in Hongkong, sagte AFP, Wang Yus Festnahme sei am Donnerstag erfolgt. Niemand wisse, wo sie jetzt sei. Das Vorgehen der Polizei sei Teil einer landesweiten Kampagne gegen Menschenrechtsaktivisten. Amnesty schätze die Zahl der Festnahmen auf insgesamt 48.

Zhang Miao war nach Recherchen über die Proteste für freie Wahlen in Hongkong im Oktober festgenommen worden. Sie war der damaligen "Zeit"-Korrespondentin Angela Köckritz bei Recherchen über die Proteste für freie Wahlen in Hongkong behilflich.

Nach Angaben von Menschenrechtsgruppen waren damals in einer Verhaftungswelle dutzende Menschen in der Volksrepublik wegen Unterstützung der Proteste in Hongkong festgenommen worden. Die "Zeit" berichtete am Freitag in ihrer Onlineausgabe, Zhang sei Erregung öffentlichen Ärgernisses vorgeworfen worden.

Protestbewegungen und ihre Namen

China

Demonstranten in Hongkong schützen sich mit Schirmen vor Regen oder Tränengas: Es ist von der „Regenschirm-Revolution“ die Rede. Andere Volksbewegungen mit ungewöhnlichen Namen:

Portugal

In der „Nelken-Revolution“ stürzten 1974 portugiesische Offiziere Diktator Antonio Salazar.

Ungarn

Der Begriff „stille Revolution“ beschrieb den reibungslosen Übergang vom Einparteienstaat zur Demokratie in Ungarn 1989.

Tschechoslowakei

In der „samtenen Revolution“ brachte die tschechoslowakische Bürgerrechtsbewegung 1989 die kommunistische Herrschaft zu Fall.

Georgien

Die friedliche „Rosen-Revolution“ fegte 2003 in Georgien Präsident Eduard Schewardnadse aus dem Amt.

Ukraine

Binden und Fahnen der Oppositionsbewegung gegen Viktor Janukowitsch gaben der „orangenen Revolution“ in der Ukraine 2004 ihren Namen.

Kirgistan

In der mittelasiatischen Republik Kirgistan erzwangen 2005 Massendemonstrationen der „Tulpen-Revolution“ einen Machtwechsel.

Tunesien

Mit der „Jasmin-Revolution“ in Tunesien begann 2010 der Arabische Frühling.

Von

afp

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