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13.08.2013

10:57 Uhr

Pemex schwächelt

Mexiko will Energiemarkt liberalisieren

Der staatliche Erdölkonzern Pemex ist das Juwel der mexikanischen Regierung. Doch der Konzern musste Rückschläge hinnehmen. Nun möchte Mexiko den Energiemarkt reformieren, aber die wichtigsten Trümpfe nicht ausspielen.

Ölraffinerie in Mexiko. Das massive Abschöpfen der Gewinne hat Pemex nach Einschätzung von Experten in den vergangenen Jahrzehnten ausbluten lassen. ap

Ölraffinerie in Mexiko. Das massive Abschöpfen der Gewinne hat Pemex nach Einschätzung von Experten in den vergangenen Jahrzehnten ausbluten lassen.

Mexiko-StadtPemex ist die heilige Kuh Mexikos. Wer den staatlichen Erdölkonzern anrührt, kann sich auf Ärger gefasst machen. Petróleos Mexicanos ist nicht nur das größte Unternehmen und wichtigster Devisenbringer des Landes, sondern auch ein Symbol nationaler Unabhängigkeit und Stärke.

Andererseits hat der einst stolze Konzern in den vergangenen Jahren so manchen Rückschlag hinnehmen müssen. Die Produktionsmenge ist seit 2004 dramatisch gefallen und stagniert nun auf relativ niedrigem Niveau. Mittlerweile muss das erdölreiche Land fast die Hälfte seines Treibstoffbedarfs importieren.

Präsident Enrique Peña Nieto hat nun den Entwurf für eine umfassende Reform des Energiesektors vorgelegt. Künftig sollten private Unternehmen an der Erdölförderung und Stromerzeugung beteiligt werden, sagte er am Montag bei der Vorstellung seines Vorschlags. Pemex solle dafür Verträge mit Privatfirmen schließen dürfen, nach denen Gewinne und Risiken geteilt werden.

Der Staat bleibe allerdings alleiniger Eigner der Rohstoffreserven des Landes, sagte Peña Nieto. Da er mit dem sogenannten Pakt für Mexiko auch die größten Oppositionsparteien hinter sich geschart hat, dürfte er im Kongress eine Mehrheit für die nötigen Verfassungsänderungen bekommen.

Überzeugungsarbeit gilt es trotzdem zu leisten. Tief sitzt die Angst, ausländische Unternehmen könnten sich Pemex bemächtigen. Seit seinem Amtsantritt im Dezember vergangenen Jahres wurde Peña Nieto nicht müde zu betonen, dass der Erdölkonzern nicht privatisiert werde. Der frühere Präsidentschaftskandidat und linke Wortführer Andrés Manuel Lopez Obrador hat allerdings bereits Proteste angekündigt.

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