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06.02.2015

17:27 Uhr

Pentagon-Studie

Putin soll am Asperger-Syndrom leiden

Das Pentagon verbreitet heikle Thesen über Putin: Der russische Präsident leide an einer autistischen Störung, die „alle seine Entscheidungen“ beeinflusse. Als Quellen diente der Pentagon-Studie nur Video-Aufnahmen.

Der russische Präsident Wladimir Putin soll laut Pentagon als Kind an einer Ausprägung von Autismus erkrankt sein. AFP

Soll am Asperger-Syndrom leiden

Der russische Präsident Wladimir Putin soll laut Pentagon als Kind an einer Ausprägung von Autismus erkrankt sein.

DüsseldorfRusslands Präsident Wladimir Putin soll laut einem Pentagon-Bericht am Asperger-Syndrom leiden, das berichten mehrere Medien, unter anderem die US-Zeitung USA Today und die britische Tageszeitung „The Guardian“. Das Asperger-Syndrom ist eine schwächere Ausprägung von Autismus und äußert sich unter anderem in Kontaktschwierigkeiten und Störungen in der zwischenmenschlichen Kommunikation.

Bereits 2008 hatte das US-Pentagon den Bericht über die Person Wladimir Putin verfasst, an die Öffentlichkeit gelang er erst jetzt – mitten in der Zuspitzung des Konflikts und kurz vor dem Treffen von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Francois Hollande mit Putin in Moskau.

Aus dem Pentagon-Bericht geht auch hervor, dass eine Hirn-Verletzung im Säuglingsalter zu der neurologischen Entwicklungsstörung geführt haben soll. Das Pentagon behauptet zudem, die Störung beeinflusse „alle seine Entscheidungen“. Die Störung äußere sich auch zum Beispiel in Putins Hang zu extremer Kontrolle, hieß es in dem Bericht.

Putins Rede an die Nation

Die Rede an die Nation

Der russische Präsident Wladimir Putin hat sich in seiner Rede an die Nation zu zentralen außen-, innen- und wirtschaftspolitischen Themen geäußert. Ein Überblick:
Quelle: dpa

Ukraine

Putin weist die Kritik des Westens an seinem Kurs in der Ukraine-Krise scharf zurück. Er wirft der EU vor, Moskau bei den Verhandlungen mit der Ukraine über das Assoziationsabkommen „völlig ignoriert“ zu haben. „Uns wurde gesagt, dass es uns angeblich nichts angeht.“ Russland habe aber legitime Interessen. „Was in der Ostukraine geschieht, bestätigt die Richtigkeit unserer Haltung.“

Krim

Putin sieht die Annexion der Krim im Einklang mit dem Völkerrecht. Es gebe nichts mehr daran zu rütteln, dass die Schwarzmeerhalbinsel zu Russland gehöre. „Für Russland hat die Krim (...) große zivilisatorische und sakrale Bedeutung. So wie der Tempelberg in Jerusalem für jene, die sich zum Islam oder zum Judentum bekennen.“

Sanktionen

Putin macht deutlich, dass sich Russland dem Druck des Westens nicht beugen wird. Die Sanktionen schadeten dem Land zwar, doch seien sie auch treibende Kraft für wirtschaftliche Entwicklung. „Die Sanktionen sind der beste Anreiz für das Erreichen unserer Ziele.“


USA

Putin wirft den USA vor, Osteuropa zu destabilisieren und Staaten aus der Ferne zu manipulieren. „Manchmal weißt du nicht, mit wem du sprechen sollst - mit den Regierungen mancher Staaten oder direkt mit ihren amerikanischen Sponsoren.“


Wirtschaft

Putin kündigt eine Reihe von Schritten zur Stützung der Wirtschaft an. Mittelfristig will er die Inflation auf vier Prozent halbieren, außerdem soll das Investitionsklima verbessert werden. „Bis 2018 müssen wir das jährliche Investitionsniveau auf 25 Prozent des Bruttoinlandsprodukts anheben.“

Kapitalflucht

Im Kampf gegen die wachsende Kapitalflucht aus Russland verspricht Putin eine Amnestie, wenn Reiche ihr Geld aus Steuer-Oasen ins Land zurückbringen. „Wenn ein Mensch sein Kapital in Russland legalisiert, erhält er harte rechtliche Garantien, dass man ihn nicht durch die Instanzen zerren wird.“

Rubelschwäche

Im Kampf gegen den Kursverfall beim Rubel kündigt Putin entschlossene Maßnahmen gegen Spekulanten an. „Die Behörden wissen, dass sie Instrumente haben, um Einfluss auf Spekulanten zu nehmen. Es ist Zeit, sie einzusetzen.“

Bestätigt ist die Behauptung, Putin leide an Asperger, bislang nicht – im Gegenteil. „Das ist eine Dummheit, die keines Kommentars würdig ist“, wird Putins Dmitry Peskov auf „Yahoo News“ unter Berufung auf eine Aussage gegenüber der Webseite „Gazeta.ru“ zitiert.

Die Untersuchungen basieren laut dem Guardian ausschließlich auf Videomaterial, auf dem Putin zu sehen ist, und den Schlussfolgerungen einer einzelnen Forscherin. „Man stellt keine Diagnosen basierend auf Videoaufnahmen“, kritisiert dementsprechend Psychologe Stephen Porges von der Universität North Carolina das Vorgehen des Pentagon. Auch die Wissenschaftler selbst schrieben, ihre Aussagen nicht letztgültig beweisen zu können. Dafür sei etwa ein Gehirn-Scan nötig.

Mittlerweile ruderte auch das Verteidigungsministerium zurück: Eine Sprecherin hatte verlauten lassen, der Bericht hätte nie die höheren Kreise des Pentagons erreicht.

Von

brb

Kommentare (25)

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Herr Woifi Fischer

06.02.2015, 17:48 Uhr

Pentagon-Bericht Putin soll am Asperger-Syndrom leiden? Wenn der russische Präsident an dieser Krankheit leiden sollte, an wie vielen Krankheiten haben dann alle US-Präsidenten seit 1945 bis heute gelitten? Diese Meldung aus dem Pentagon ist so unglaubwürdig, wie heute nach Siebzigjahren nachzuweisen, an welchen Krankheiten Hitler erkrankt war. Die Propaganda der Kriegs USA läuft auf Hochtouren, wie zu Zeiten von Saddam Hussein im Irak, hinterher war alles verlogen und erstunken. Warum bringt das HB einen solchen Bericht? Sind sie schon eingebunden in die Kriegspropaganda der USA???

Herr walter danielis

06.02.2015, 17:51 Uhr

Den Amis ist offensichtlich nichts zu blöd.

Mit oder ohne Syndrom. Putin zeigt der Weltmacht ihre Grenzen.

Hein Bloed

06.02.2015, 18:10 Uhr

Mir ist auch schon ganz schlecht, wenn ich das Zeug lese. Wenn wir nicht alle
wegen unseren amerikanischen Freunde in die Luft fliegen, werden die Russen
das Ding gewinnen.

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