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28.04.2015

19:00 Uhr

Persischer Golf

Iran schießt auf Maersk-Frachter und bringt ihn auf

Die Beziehungen zwischen Teheran und den USA gelten als angespannt. Nun hat der Iran das Feuer auf einen Maersk-Frachter eröffnet und ihn anschließend aufgebracht. Amerika hat einen Zerstörer und Flugzeuge entsendet.

Der Frachter, auf den der Iran das Feuer eröffnet hat, fährt unter der Flagge der Marshallinseln (Archivfoto). Reuters

Maersk-Frachter

Der Frachter, auf den der Iran das Feuer eröffnet hat, fährt unter der Flagge der Marshallinseln (Archivfoto).

WashingtonDer Iran hat das Feuer auf ein Frachtschiff der dänischen Reederei Maersk im Persischen Golf eröffnet und es anschließend aufgebracht. Die iranischen Revolutionsgarden hätten über den Bug der „Maersk Tigris“ gefeuert, die am Dienstag die Straße von Hormus durchquert habe, sagte Pentagonsprecher Steve Warren.

Anschließend sei das Containerschiff zum Hafen von Bandar Abbas geleitet worden. Es seien keine Amerikaner an Bord gewesen. Das Schiff fährt unter Flagge der Marshallinseln.

Nach den Schüssen habe der Frachter einen Hilferuf abgesetzt, der von US-Streitkräften in der Gegend aufgenommen worden sei. Der Zerstörer „Farragut“ sei in Richtung des Vorfalls beordert worden. Die US-Marine habe außerdem Flugzeuge zur Beobachtung geschickt. Die Straße von Hormus verbindet den Persischen Golf mit dem Arabischen Meer. Laut der Website Marine Traffic ist der Frachter 250 Meter lang.

Die EU-Sanktionen gegen Iran

Verbot der Einfuhr von Mineralöl

Verbot der Einfuhr von Mineralöl spätestens ab 1. Juli. Lieferungen an Italien bleiben erlaubt, weil es sich um Begleichung iranischer Schulden handelt.

Einfrieren aller Konten

Einfrieren aller Konten der iranischen Zentralbank in Europa. „Legitime Geschäfte“ sollen jedoch in Ausnahmefällen „unter dtrikten Kontrollen“ weiter erlaubt sein.

Einreiseverbot

Einreiseverbot für 116 Personen, die das Atomprogramm fördern. Sofern sie Vermögen in der EU haben, wird dieses eingefroren. Gegen 61 Personen gibt es Einreiseverbote wegen der Unterdrückung der Opposition.

Handelsverbot

Ein Verbot, mit 441 meist iranischen Firmen und Organisationen Geschäfte zu machen. Auch deren Vermögenswerte in der EU sind eingefroren. Betroffen sind die Bereiche Bankwesen, Versicherungen, Nukleartechnik, Luftfahrt, Schifffahrt, Elektronik, Chemie, Öl- und Gasförderung.

Exportverbote für Ausrüstung und Technologie

Exportverbot für Ausrüstung und Technologie für die Öl- und Gasförderung, Verbot von Investitionen oder Krediten für diesen Bereich. Verbot von Krediten für die iranische Regierung oder deren Einrichtungen.

Exportverbot für Waffen und Telekommunikationsgeräte

Exportverbot für Waffen, Technologie oder Güter für nukleare Anlagen, Chemikalien, Elektronik, Navigationsgerät sowie bestimmte Telekommunikationsgeräte.

Kontrolle aller Geldtransfer

Kontrolle aller Geldtransfers aus der EU in den Iran. EU-Banken müssen Überweisungen melden und dürfen keine neuen Filialen im Iran eröffnen. Verbot für iranische Banken, Gemeinschaftsunternehmen in der EU zu vereinbaren. Verbot des Handels mit iranischen Anleihen.

Verschärfte Kontrolle von Frachtschiffen

Verschärfte Kontrollen von Fracht auf Schiffen der iranischen Staatsreederei. Verbot von Frachtflügen aus dem Iran in die EU.

Die Beziehungen zwischen dem Iran und den USA gelten als angespannt. Zwar verhandelt Washington mit Teheran derzeit über das iranische Atomprogramm und beide Staaten haben mit der sunnitischen Terrormiliz Islamischer Staat (IS) im Irak und in Syrien einen gemeinsamen Feind. Der Iran unterstützt aber anders als die USA den syrischen Machthaber Baschar al-Assad. Im Bürgerkrieg im Jemen stehen Washington und Teheran auf jeweils anderer Seite.

Von

dpa

Kommentare (2)

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Herr peter Spirat

28.04.2015, 19:40 Uhr

oje, bevor der friedliebende IRAN so etwas unternimmt, ist wahrscheinlich etwas ganz anderes vorgefallen.

Kann aber auch sein, dass Iran endlich den Frieden in der Region haben will. Und da der Ami nur am Kriegs-Hetzen ist, will der Iraner wohl verhindern, dass im Jemen ein neuer Krieg ausbricht.

Hätte der Ami, Franzose und Engländer nicht Nordafika so destablisiert, hätten wir nicht das Flüchtlings-Drama auch Afrika.

Herr H. Weneer

28.04.2015, 20:12 Uhr

Ich bin mai gespannt auf die Ladung des Frachters und für wen sie bestimmt war!

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