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13.01.2016

04:06 Uhr

Persischer Golf

Iran stoppt zwei US-Marineboote

Der Iran hält im Persischen Golf zwei Boote der US-Marine fest. Die Schiffe waren zwischen Kuwait und Bahrain unterwegs. Dabei sei die Verbindung kurzzeitig abgebrochen. Der Iran versichert eine schnelle Freilassung.

US-Außenminister John Kerry hat seinen iranischen Kollegen Mohammed Dschawad Sarif zur Lage zweier US-Schiffe im Persischen Golf angerufen. dpa

Kerry

US-Außenminister John Kerry hat seinen iranischen Kollegen Mohammed Dschawad Sarif zur Lage zweier US-Schiffe im Persischen Golf angerufen.

WashingtonZwei Boote der US-Marine sind am Dienstag im Persischen Golf von iranischen Sicherheitskräften aufgehalten worden. „Wir haben heute den Kontakt zu zwei kleineren Booten verloren, die auf dem Weg von Kuwait nach Bahrain waren“, teilte das Pentagon in Washington mit. Das Pentagon sei daraufhin in ständigem Kontakt mit den iranischen Behörden gewesen.

„Sie haben uns darüber informiert, dass unsere Soldaten in Sicherheit und gesund sind“, heißt es in der Stellungnahme des US-Verteidigungsministerium weiter. Die iranischen Stellen hätten versichert, dass die Besatzungen ihre Fahrt in Kürze fortsetzen könnten. „Unsere Seeleute sind sicher, sie werden mit der Höflichkeit behandelt, die man erwarten kann“, sagte der Sprecher des Weißen Hauses, Josh Earnest.

Die iranische Nachrichtenagentur Fars berichtete ohne Angabe von Quellen, die Boote seien unbefugt in iranische Gewässer eingedrungen. Die zehn amerikanische Soldaten seien festgenommen worden. Der US-Sender CNN berichtete, die US-Behörden hätten Funkkontakt zu den Seeleuten gehabt. Diese gingen davon aus, am Mittwoch freigelassen zu werden.

In amerikanischen Medienberichten hieß es, die Boote hätten sich auf der Höhe der kleinen, zum Iran gehörenden Insel Farsi befunden. Auf der Insel liegt eine iranische Marinebasis. Möglicherweise trieben die US-Boote wegen eines Defektes oder Treibstoffmangels in die iranischen Gewässer. Den Angaben zufolge waren auf den beiden Schiffen insgesamt zehn Marineangehörige.

Wirtschaftsstandort Iran – Geschäfte am Golf

Wirtschaft

Iran ist den meisten in wirtschaftlicher Hinsicht vor allem als Rohstoffland bekannt. Dort lagern die weltweit drittgrößten Erdöl- und die zweitgrößten Erdgasreserven. Weitere wichtige Sparten sind die Textilwirtschaft, die Autoproduktion und der Bausektor. Die Wirtschaft gilt als zentralisiert, schreiben mehrere Think Tanks. Religiöse Stiftungen kontrollieren demnach rund 80 Prozent der Wertschöpfungskette.

Handel

Wegen zahlreicher Embargos des Westens gegen Iran ist der Handel mit Deutschland stark eingeschränkt. Deutsche Unternehmen verkauften laut des Deutschen Industrie- und Handelskammertags 2014 Waren im Wert von 2,4 Milliarden Euro in die Islamische Republik. Vor den Sanktionen waren es noch zwei Milliarden mehr. Nur noch rund 80 deutsche Firmen haben dort eine offizielle Niederlassung.

Aus US-Regierungskreisen hieß es, US-Außenminister John Kerry habe seinen iranischen Kollegen Mohammed Dschawad Sarif angerufen und die Zusicherung erhalten, dass die Schiffe „ihre Fahrt umgehend fortsetzen dürfen“. Washington hoffe auf eine rasche Lösung.

Schon vor zwei Wochen gab es einen Zwischenfall. Die USA warfen dem Iran vor, Marineschiffe hätten Raketen in der Nähe eines amerikanischen Flugzeugträgers abgefeuert, der sich in der Straße von Hormus befand. Die Meeresenge verbindet den Persischen Golf mit dem Indischen Ozean. Der Iran wies die Darstellung zurück.

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