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27.10.2014

07:25 Uhr

Peschmerga-Einheiten

Hilfe für Kobane naht

Die Kurden verteidigen Kobane weiter gegen die Terrormiliz IS. Offensichtlich können sie bald mit Hilfe durch Peschmerga-Einheiten rechnen. Im Irak kamen erstmals deutsche Waffen gegen den IS zum Einsatz.

Die kurdische Enklave Kobane wird seit Mitte September von den IS-Dschihadisten belagert, nachdem sie zuvor kurdische Dörfer im Umland erobert hatten. AFP

Die kurdische Enklave Kobane wird seit Mitte September von den IS-Dschihadisten belagert, nachdem sie zuvor kurdische Dörfer im Umland erobert hatten.

Erbil/KobaneDie Verteidiger der von der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) belagerten syrischen Stadt Kobane können bald mit der Unterstützung kurdischer Peschmerga-Kämpfer aus dem Nordirak rechnen. Nach einem Bericht des kurdischen Portals Rudaw könnte die Verlegung der 150 Kämpfer nun am Montag stattfinden.

Die Kämpfer seien einsatzbereit und mit „den besten neuen amerikanischen Waffen“ ausgerüstet, hieß es unter Berufung auf einen Peschmerga-Offizier. In der belagerten Enklave konnten Kämpfer der kurdischen Volksschutzeinheiten (YPG) derweil die IS-Dschihadisten erneut am Vorstoß auf den Grenzübergang zur Türkei hindern.

Die Extremisten hätten am Sonntagmorgen versucht, von Nordosten aus auf Kobane vorzurücken und die Enklave endgültig vom Übergang in die Türkei abzuschneiden, berichtete die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Der IS steht nur knapp 700 Meter von dem Übergang entfernt. Sollte er ihn erobern, könnten weder die Peschmerga-Kämpfer noch Hilfsmittel in die umzingelte Stadt gelangen.

Die Türkei hatte den Peschmerga aus dem Nordirak die Durchquerung der Türkei erlaubt, um den YPG-Kämpfern beim Verteidigen von Kobane zu helfen. Nach Angaben des von Rudaw zitierten Offiziers stünden nur noch einige „technische Fragen“ dem baldigen Transit der Kämpfer durch die Türkei im Weg.

Die kurdischen Kämpfer im Überblick

Peschmerga

Im Irak stellt sich vor allem die Peschmerga den Dschihadisten entgegen, um die kurdische Autonomieregion im Norden zu schützen. Der Name der Armee bedeutet in etwa „Jene, die dem Tod ins Auge sehen“. Die Streitkräfte gingen aus bewaffneten Einheiten insbesondere der Kurdischen Demokratischen Partei (KDP) und der Patriotischen Union Kurdistans (PUK) im Nordirak hervor. Experten gehen von etwa 130.000 bis 200.000 Kämpfern aus. Viele unterstehen der kurdischen Regionalregierung.

YPG

In Nordsyrien kämpfen derzeit insbesondere die kurdischen Volksschutzeinheiten (YPG) gegen die IS-Extremisten. Sie sind mit der syrisch-kurdischen Partei der Demokratischen Union (PYD) verbunden und wollen ihre drei „autonomen Kantone“ schützen, die nach dem Rückzug der syrischen Regierungstruppen in den überwiegend von Kurden bewohnten Regionen errichtet wurden.

PKK

Volksschutzeinheiten und PYD stehen der kurdischen Arbeiterpartei PKK nahe, die in der Türkei verboten ist und auch in europäischen Ländern und den USA auf der Terrorliste steht. Experten gehen davon aus, dass PKK-Kämpfer die syrischen Kurden unterstützen.

Das Peschmerga-Ministerium der Autonomieregion Kurdistan in Erbil teilte am Sonntag auf Anfrage mit, es werde aus Sicherheitsgründen keine Angaben zum Zeitpunkt der Verlegung machen. Der Generalsekretär des Ministeriums, Dschabar Hawar, sagte der dpa per Telefon, es gebe keine Verzögerung seitens der türkischen Regierung.

Die Türkei sei in die Diskussion um die Verlegung der Kämpfer über türkisches Territorium von Anfang an eingebunden gewesen. Die USA flogen nach eigenen Angaben seit Freitagmittag insgesamt 34 Angriffe im Irak und sechs in Syrien. Die kurdische Enklave Kobane (Arabisch: Ain al-Arab) wird seit Mitte September von den IS-Dschihadisten belagert, nachdem diese zuvor mehrere Hundert kurdische Dörfer im Umland erobert hatten.

Bei den nunmehr 40-tägigen Kämpfen sind nach Angaben der syrischen Beobachtungsstelle bereits mehr als 800 Menschen getötet worden, 481 Angreifer der IS-Miliz und 302 kurdische YPG-Verteidiger sowie 11 YPG-Unterstützer und 21 Zivilisten.

Kommentare (2)

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Herr Micky Aus

27.10.2014, 09:34 Uhr

Where Have All The Flowers Gone? - Armistice Pals (YouTube)

Herr Vittorio Queri

27.10.2014, 10:31 Uhr

>> Die Kurden verteidigen Kobane weiter gegen die Terrormiliz IS >>

http://rt.com/op-edge/197480-isis-west-terrorism-mythology/

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