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14.02.2011

21:41 Uhr

Peter Praet

Belgier komplettiert EZB-Direktorium

VonMarietta Kurm-Engels , Klaus C. Engelen

Peter Praet hat sich gegen die Slowakin Elena Kohutikova durchgesetzt und rückt in das Direktorium der Europäischen Zentralbank auf. Der Belgier, ein ausgewiesener Experte für die Aufsicht der Finanzmärkte, folgt Gertrude Tumpel-Gugerell.

Neu im EZB-Präsidium: Peter Praet. Quelle: dpa

Neu im EZB-Präsidium: Peter Praet.

Berlin/FrankfurtDer Belgier Peter Praet (62) rückt in das Direktorium der Europäischen Zentralbank (EZB) auf. Das haben die Finanzminister des Euro-Raums gestern einstimmig in Brüssel entschieden. Praet, der in der belgischen Zentralbank für die Finanzaufsicht zuständig ist, folgt Gertrude Tumpel-Gugerell nach, die nach achtjähriger Amtszeit Ende Mai turnusmäßig aus der EZB ausscheidet. Die Slowakin Elena Kohutikova, die ebenfalls für das Amt kandidiert hatte, konnte sich gegen Praet nicht durchsetzen. Die Personalie muss noch von den EU-Staats- und-Regierungschefs bei ihrem Gipfel am 24. März bestätigt werden.

Mit Praet nimmt ein ausgewiesener Experte für die Aufsicht der Finanzmärkte im EZB-Direktorium Platz. Lange vor Ausbruch der Finanzkrise hat sich Praet auf dem Feld der Finanzstabilität als Schwergewicht gezeigt. Auf der europäischen Bühne wie auch bei der Baseler BIZ, der Notenbank der Zentralbanken, beeinflusste der frühere Mitarbeiter des Internationalen Währungsfonds (IWF) seit dem Jahr 2000 maßgeblich die neue Finanzarchitektur. Als es während der Finanzkrise 2008 in den Benelux-Ländern um die Rettung von Bankenriesen wie Fortis, Dexia und ABN-Amro ging, bestand Praet als Belgiens Chefkrisenmanager auch in der Praxis seine Feuertaufe - und erwarb sich bei Kollegen wie Europas Finanzministern hohe Anerkennung. Neben seiner Arbeit bei der Belgischen Nationalbank hatte Praet von 2001 bis 2004 auch den Lehrstuhl für Unternehmensethik an der Freien Universität Brüssel inne.

Für den in Deutschland geborenen Praet war es der dritte Anlauf, um in das EZB-Direktorium gewählt zu werden. Zweimal hatten die Euro-Finanzminister im politischen Geschacher der Mitgliedstaaten anderen Kandidaten den Vorzug gegeben: im Jahre 2004 dem Spanier Jose Manuel Gonzales-Paramo und 2010 dem Portugiesen Vitor Constancio. Für ihn votierte auch die deutsche Kanzlerin Angela Merkel, um im Gegenzug einem deutschen Kandidaten den Weg an die EZB-Spitze zu ebnen.

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