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19.10.2014

21:15 Uhr

Petrobras-Skandal

Brasiliens Präsidentin räumt Korruption ein

„Ja, das ist vorgekommen“: Lange hat die brasilianische Präsidentin Korruptionsvorwürfe zurückgewiesen. Nun räumt Dilma Rousseff Verstöße bei Vertragsabschlüssen ein. In einer Woche will sie wiedergewählt werden.

Für Dilma Rousseff kam der Korruptionsskandal im Wahlkampf denkbar ungelegen. ap

Für Dilma Rousseff kam der Korruptionsskandal im Wahlkampf denkbar ungelegen.

Rio de JaneiroEine Woche vor der zweiten Runde der Präsidentenwahl in Brasilien hat Staatschefin Dilma Rousseff erstmals Korruptionsfälle zugunsten ihrer Arbeiterpartei beim staatlichen Energiekonzern Petrobras eingeräumt. „Ja, das ist vorgekommen. Ich werde alles tun, um das Land zu entschädigen“, sagte die Präsidentin am Samstag. Bislang hatte Rousseff die Vorwürfe zurückgewiesen.

Der ehemalige Direktor von Petrobras, Paulo Roberto Costa, hatte vor Gericht erklärt, bei überhöhten Vertragsabschlüssen des Unternehmens mit anderen Firmen seien zwei Prozent der Vertragssumme an Rousseffs Arbeiterpartei PT gegangen. Ein Prozent des Betrags sei an deren Bündnispartner, die Fortschrittspartei (PP), abgeführt worden.

Unter anderem habe Rousseffs frühere Kabinettchefin Gleisi Hoffmann eine Million Reais (321 000 Euro) erhalten, berichtete die Zeitung „O Estado de São Paulo“ am Sonntag unter Berufung auf Costas Vernehmungsprotokolle. Mit dem Geld habe die Politikerin 2010 ihren Wahlkampf finanziert, als sie sich um einen Sitz im Senat bewarb. Ein Jahr später legte sie ihr Mandat nieder und zog in Rousseffs Kabinett ein. Insgesamt sollen Dutzende Abgeordnete, Minister und Gouverneure mit Petrobras-Mitteln unterstützt worden sein.

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Die brasilianische Präsidentschaftswahl ist völlig offen. Amtsinhaberin Rousseff liegt zwar in Umfragen vorn. Doch bei einer Stichwahl könnte die Stunde der Herausforderin schlagen. Diese hat einen großen Vorteil.

Der Korruptionsskandal kommt für Rousseff mitten im Wahlkampf denkbar ungelegen. Die Stichwahl am kommenden Sonntag dürfte in einem Kopf-an-Kopf-Rennen entschieden werden. Laut der jüngsten Umfrage kommt der bürgerliche Gegenkandidat Aécio Neves derzeit auf 51 Prozent der Stimmen, Rousseff auf 49 Prozent.

Von

dpa

Kommentare (1)

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20.10.2014, 09:22 Uhr

nix neues in ... Brasil ^

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