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27.01.2010

18:29 Uhr

Philip Lowe

Ein erfahrener Brite hilft Oettinger

VonRuth Berschens

Mit Philip Lowe steht ein profunder Brüssel-Kenner an der Seite des neuen EU-Kommissars Öttinger. Doch der britische EU-Generaldirektor für Energie stößt bei deutschen Stromkonzernen auf Skepsis.

Dem neuen EU-Kommissar Öttinger (Foto) steht bald Philip Lowe zur Seite. dpa

Dem neuen EU-Kommissar Öttinger (Foto) steht bald Philip Lowe zur Seite.

HB BRÜSSEL. Offiziell ins neue Amt berufen ist Philip Lowe noch nicht, doch Brüsseler Insider wissen längst Bescheid: Der 62-jährige Brite soll spätestens Ende Februar an die Spitze der Generaldirektion Energie in der EU-Kommission wechseln. Für Deutschlands neuen Mann in Brüssel, Günther Oettinger, hat diese Personalie große Bedeutung: Der politische Erfolg des künftigen EU-Kommissars für Energiepolitik wird nicht zuletzt davon abhängen, wie kompetent und tatkräftig Lowe und seine Leute ihn unterstützen. Oettinger vertraut darauf. EU-Kommissionschef José Manuel Barroso habe Lowe für das Amt vorgeschlagen, und Oettinger habe zugestimmt, heißt es im Umfeld des designierten Kommissars.

Der EU-Neuling aus Stuttgart gewinnt mit Lowe einen Mitstreiter, der sowohl über perfekte Deutschkenntnisse als auch über langjährige europapolitische Erfahrung verfügt. Der im nordenglischen Leeds geborene Ökonom gehört der EU-Kommission seit 1973 an. Seine steile Karriere führte ihn durch verschiedene Generaldirektionen, wobei er unter anderem mit Landwirtschaftspolitik, der Förderung strukturschwacher Regionen in der EU und Entwicklungshilfe zu tun hatte. Anfang dieses Jahrzehnts wirkte er maßgeblich an einer durchgreifenden Verwaltungsreform der EU-Behörde mit und gilt spätestens seitdem als profunder Kenner des bürokratischen Apparats in Brüssel. Den Höhepunkt seiner Laufbahn erreichte Lowe im Herbst 2002 mit seiner Ernennung zum Generaldirektor Wettbewerb, eine der einflussreichsten Positionen in Brüssel.

In dieser Funktion hatte Lowe reichlich Gelegenheit, sich mit seinem künftigen Fachgebiet vertraut zu machen. Unter seiner Führung prüfte die EU-Wettbewerbsbehörde die europäischen Strom- und Gasmärkte auf Verstöße gegen das Kartellverbot - und wurde fündig. Diverse Kartellverfahren gegen Energiekonzerne folgten, teilweise endeten sie mit hohen Geldbußen.

Bei der Energiewirtschaft hat sich Lowe so Respekt verschafft. "Er ist ein exzellenter Kenner Deutschlands", sagt Norbert Schneider, Leiter des Brüsseler Büros von Eon. Dies bedeutet freilich nicht, dass die deutschen Versorger von Lowe restlos begeistert sind. Hier und da wird die Befürchtung laut, der Brite wolle ausschließlich Preiswettbewerb auf den Energiemärkten durchsetzen und vergesse dabei die Versorgungssicherheit.

Lowe selbst musste erst einmal klären, welche Beamten ihm künftig unterstehen werden. Denn bisher waren Verkehr und Energie in einer Generaldirektion vereint, Energie wird jetzt in eine eigenständige Generaldirektion überführt.

Kommentare (1)

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KING MARDUK I.

02.02.2010, 15:58 Uhr

DER MAFiOSi GÜNTHER OETTiNGER iST SEiNER KRiMiNALLEN AYbHANDLUNGEN WiSSEND, ER NiCHT MAL EU KOMMiSSAR WERDEN KANN, DA bW NiCHT ZUR EU ZUGEHÖRT.

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