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05.02.2017

19:45 Uhr

Philippinen schicken Soldaten gegen die Bevölkerung

Militäreinsatz gegen Junkies

VonFrederic Spohr

Der philippinische Präsident Rodrigo Duterte hat das Vertrauen in die Polizei verloren. Nun zieht er mit der Armee in den Drogenkrieg. Doch der Kampfeinsatz richtet sich nicht gegen die Bosse. Beobachter sind entsetzt.

Der philippinische Präsident will den Drogenhandel mit Gewalt bekämpfen. Reuters, Sascha Rheker

Rodrigo Duterte

Der philippinische Präsident will den Drogenhandel mit Gewalt bekämpfen.

Manche Politiker versprechen Arbeitsplätze, andere dichte Grenzen. Als der philippinische Präsident Rodrigo Duterte am vergangenen Donnerstag vor die Mikrofone trat, versuchte er anders zu punkten: “Ich werde noch mehr töten, wenn es denn das Drogenproblem löst”, sagte er den Reportern.

Duterte sieht sein Land in einem Krieg gegen die Drogen - und der könnte sich nun noch weiter verschärfen. Wie der Präsident ankündigte, werde er die Armee für seinen Kampf gegen Drogenkriminelle einsetzen. “Ich habe die Streitkräfte herangezogen”, sagte er. “Das Drogenproblem ist eine Bedrohung für die nationale Sicherheit.” Den Armeeeinsatz werde er per Dekret auslösen.

Mit seiner Gewaltoffensive gibt Duterte auch sein Scheitern zu. Offenbar hat er das Vertrauen in seine Polizisten verloren, die er zuvor wochenlang verteidigte. Dabei haben die Beamten genau das gemacht, was er von ihnen verlangt hatte: Sie sind brutal vorgegangen. Duterte selbst hatte ihnen zugesichert, sie vor der Strafverfolgung zu schützen.

Philippinen: Präsident Duterte brüstet sich mit Tötungen

Philippinen

Präsident Duterte brüstet sich mit Tötungen

Seit Amtsantritt von Staatschef Duterte sind auf den Philippinen tausende mutmaßliche Kriminelle von der Polizei getötet worden. Kritik an seinem harten Vorgehen prallt ab – Duterte brüstet sich gar mit eigenen Tötungen.

Mehr als 2500 Menschen hat die Polizei offiziellen Angaben zufolge im Zusammenhang mit mutmaßlichen Drogendelikten getötet. Der Mord an 4000 weiteren Menschen wird noch untersucht. Menschenrechtsaktivisten werfen der Regierung vor, dass auch hinter diesen ungeklärten Morden Beamte stecken – und dabei zahlreiche Unschuldige getötet wurden.

Doch nun ist offenbar selbst Duterte der von ihm ins Leben gerufene Drogenkrieg zu sehr eskaliert. Im Januar wurde bekannt, dass ihm auch ein südkoreanischer Geschäftsmann zum Opfer gefallen ist. Dem Manager wurde wohl ein Drogendelikt angelastet, später wurde er im Nationalen Polizeihauptquartier getötet.  Zuvor erpressten die Beamte noch umgerechnet 94.000 Euro Lösegeld von der Familie des Opfers.

Auch Duterte nannte den Fall schließlich „beschämend” und entschuldigte sich gegenüber Südkorea. Diese Woche sprach er davon, dass einige Polizisten „korrupt bis ins Mark” und teilweise „genauso mies wie Drogenbarone” seien.

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

06.02.2017, 10:58 Uhr

"Sergio Puntila27.01.2017, 09:30 Uhr
Der Chefdemokratenfresser als Oberkommentator des HB sondert in gewohnt langweiliger Manier, klingt schon fast andressiert, was Sie hier tagtäglich vor sich hingeifern, werter Mark Hoffmann"

Ich geifere nicht, ich kommentiere. Ich gebe mir den ganzen Tag große Mühe, jeden, aber auch wirklich jeden Artikel zu kommentieren,
um die Leute von der grün-sozialistischen Murkselregierung zu warnen.

Ja, ich bin ein Fan von Trump und Putin, das sind wenigstens noch zwei echte Kerle mit eigener Meinung, nicht wie unser sprechender Hosenanzug!

Ja, ich bin ein Anhänger der AFD, denn nur diese Partei kann unser Reich noch retten!

Nein, ich bin nicht arbeitslos und habe deshalb soviel Zeit Kommentare zu schreiben, ich bin arbeitssuchend!
Danke

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