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04.05.2015

23:26 Uhr

Pierre Nkurunziza

Burundis Staatschef stürzt das Land ins Chaos

Eine dritte Amtszeit scheint mit der Bevölkerung Burundis nicht zu machen: Seit Präsident Pierre Nkurunziza eine erneute Kanidatur bekanntgab, versinkt das afrikanische Land in Unruhen. Am Montag gab es Tote.

Ein Demonstrant in Burundi hält ein Plakat mit einer Protestnote gegen die dritte Amtszeit des Präsidenten Nkurunziza. Sicherheitskräfte schossen am Montag in die Menge. Reuters

Bujumbura, Burundi

Ein Demonstrant in Burundi hält ein Plakat mit einer Protestnote gegen die dritte Amtszeit des Präsidenten Nkurunziza. Sicherheitskräfte schossen am Montag in die Menge.

BujumburaIm ostafrikanischen Burundi ist die Polizei am Montag erneut gewaltsam gegen Gegner eines dritten Mandats für Staatschef Pierre Nkurunziza vorgegangen. Wie Menschenrechtsaktivisten mitteilten, wurden dabei in der Hauptstadt Bujumbura mindestens vier Demonstranten durch Schüsse der Polizei getötet und zahlreiche weitere verletzt.

Das Rote Kreuz hatte zunächst von drei Toten und 46 Verletzten bei den Protesten berichtet. Ein vierter Demonstrant sei jedoch später seinen Verletzungen erlegen, berichtete der Menschenrechtsaktivist Pierre Claver Mbonimpa. Die Zahl der Todesopfer seit Beginn der Proteste vor gut einer Woche stieg damit auf mindestens 13, darunter zwei Soldaten und ein Polizist.

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Journalisten der Nachrichtenagentur AFP und andere Augenzeugen berichteten, die Polizei habe am Montag scharfe Munition, Tränengas und Blendgranaten eingesetzt. Laut Polizei wurden auch 15 Beamte verletzt. In der Hauptstadt Bujumbura und anderen Orten des ostafrikanischen Landes protestierten erneut Tausende Menschen gegen eine dritte Amtszeit des Präsidenten Nkurunziza.

Die Demonstrationen begannen, als Nkurunziza vor rund zehn Tagen bekanntgab, bei der Präsidentenwahl im Juni eine dritte Amtszeit anzustreben. Burundis Verfassung erlaubt allerdings nur zwei Amtszeiten, weshalb die Opposition die Bewerbung Nkurunzizas um ein drittes Mandat als illegal betrachtet.

Die Opposition sieht sie nicht nur als verfassungswidrig an, sondern auch und als Verstoß gegen das Friedensabkommen von Arusha. Mit dem Abkommen von Arusha wurde 2005 der langjährige Bürgerkrieg zwischen den Volksgruppen der Hutus und Tutsis in Burundi beendet, in dem nach Schätzungen 300.000 Menschen getötet worden waren.

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