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30.03.2006

11:49 Uhr

Pipeline-Job

Schröder kassiert 250 000 Euro

Altbundeskanzler Gerhard Schröder legte die Karten auf den Tisch: Auf einer Pressekonferenz in Moskau verriet er jetzt selbst, was er in seinem neuen Job als Aufsichtsratschef des deutsch-russischen Ostsee-Gaspipelinekonsortiums verdient.

Verärgert, dass über seine neue Einkommensquelle diskutiert wird: Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD). Foto: dpa dpa

Verärgert, dass über seine neue Einkommensquelle diskutiert wird: Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD). Foto: dpa

HB MOSKAU. Der Aufsichtsratsvorsitz ist mit 250 000 Euro im Jahr dotiert. Schröder nannte die Zahl am Donnerstag in Moskau nach der ersten Sitzung des Konsortiums mit Vertretern von BASF und Eon.

Schröder erklärte, er freue sich nicht über die Kritik, der er wegen der Übernahme der neuen Aufgabe ausgesetzt ist, aber er freue sich über den neuen Job. Mit der Kritik könne er leben. Das Milliardengeschäft war kurz vor der Bundestagswahl im vergangenen Jahr unter seiner Kanzlerschaft vereinbart worden. Die Pipeline soll Deutschland ab 2010 mit den russischen Erdgasvorkommen verbinden.

Die Nordeuropäische Gas-Pipeline-Gesellschaft (NEGPC) baut die Gasleitung an Polen und den baltischen Staaten vorbei nach Deutschland. Das Konsortium wird vom russischen Staatsmonopolisten Gazprom sowie den deutschen Konzernen Eon und BASF gebildet.

Schröders Engagement bei der Pipeline-Gesellschaft ist von der deutschen Opposition scharf kritisiert worden, weil er das Projekt als Kanzler gefördert hat. Schröder hat die Vorwürfe zurückgewiesen. Abgesehen davon hat die Pipeline Verstimmungen in der Europäischen Union (EU) ausgelöst. Vor allem Polen fühlt sich davon hintergangen und wirft Deutschland vor, damit in der Energiepolitik eher eigene als gemeinsame Interessen zu verfolgen.

Seit seinem Ausscheiden aus der Regierung nach der Bundestagswahl im Herbst hat Schröder mehrere Posten in der Wirtschaft übernommen. Der frühere SPD-Vorsitzende soll unter anderem Berater bei der Investmentbank Rothschild werden und hat einen ähnlichen Posten beim Schweizer Ringier-Verlag erhalten. Zudem lässt er sich von einer amerikanischen Agentur gegen Honorar als Redner vermitteln.

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