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14.04.2011

20:40 Uhr

Piraten

Die Gewalt auf See eskaliert

VonFlorian Brückner

ExklusivDie Piraten vor der Küste Somalias werden immer brutaler. Die neue Generation von Seeräubern sucht sich ihre Ziele zunehmend auf hoher See - auch weil die Abschreckung durch Kriegsschiffe funktioniert.

Piratenboot im Golf von Aden: Die Seeräuber gehen bei ihren Angriffen immer gewalttätiger vor. Quelle: dapd

Piratenboot im Golf von Aden: Die Seeräuber gehen bei ihren Angriffen immer gewalttätiger vor.

DjiboutiBedroht,  misshandelt – ermordet. Eine Fahrt vor der Küste Somalias oder im Golf von Aden wird für Seeleute immer gefährlicher. Lange Zeit war den Piraten im Indischen Ozean das Wohlergehen der Crew eines gekaperten Schiffes wichtig. Frei nach dem Motto: ein gesunder Seemann bringt ein höheres Lösegeld ein. Doch das hat sich in den vergangenen Monaten geändert, wie die Fachleute des International Maritime Bureau (IMB) der Internationalen Handelskammer (ICC) und Militärs beobachtet haben.

„Die Piraten werden bei ihren Angriffen immer gewalttätiger“, sagt Konteradmiral Juan Rodriguez in Djibouti zu Handelsblatt Online. Der Spanier war vier Monate lang Kommandant der europäischen Marineflotte, die mit der Operation Atalanta (EU NAVFOR) unter anderem vor der Küste Somalias für Ruhe sorgen soll. Die Erfolge der Piraten in der Vergangenheit würden zunehmend immer jüngere Männer und vor allem auch Kriminelle auf See locken – mit fatalen Folgen für die Schiffe, die dieser „neuen“ Generation von Piraten dann in die Hände falle.

Erst im Januar hatte der Verband Deutscher Reeder Alarm geschlagen, als bei einem Piratenüberfall auf ein deutsches Handelsschiff ein Seemann getötet worden war. Gefangene Seeleute, so der Verband damals, würden gequält und offensichtlich gezielt von Piraten getötet.

Allein vor der Küste Somalias sind nach Informationen des IMB nun 299 (von weltweit 344) Seeleute als Geiseln genommen, sieben wurden ermordet und 34 verletzt. Noch vor fünf Jahren waren im Dreimonatszeitraum nur zwei Verletzte gemeldet worden.

Damit nicht genug. Laut dem IMB ist auch die Zahl der Piratenattacken dramatisch angestiegen. 142 Zwischenfälle seien im ersten Quartal registriert worden, doppelt so viele wie ein Jahr zuvor (67). Vor Somalia, im Persischen Golf und am Golf von Aden habe sich die Lage deutlich verschlechtert: Dort hätten Piraten 97 Überfälle verübt, fast dreimal so viel wie ein Jahr zuvor (35) - und dies trotz der Militärpatrouillen vor Somalia und im Golf von Aden. So zumindest das IMB.

Kommentare (3)

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Thomas-Melber-Stuttgart

14.04.2011, 22:52 Uhr

Der Kampf gegen Piraterie wird nicht auf See gewonnen, sondern an Land.

Petra

15.04.2011, 09:25 Uhr

Gefangengenommenen Piraten wird in Deutschland der Prozess gemacht. Da den Piraten in ihrer Heimat "menschenunwürdige" Bestrafungen drohen, beantragen sie hier Asyl. Besseres kann den Piraten gar nicht passieren!

Gehirnwaesche

16.04.2011, 17:02 Uhr

Da wird wieder gehirnwäsche betrieben.....aber die meisten Menschen glauben das auch noch !!!!
Man sollte sie False Flag "Pirates" nennen .....

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