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10.02.2016

14:34 Uhr

Pjöngjang

Nordkoreas Generalstabschef hingerichtet

Schwere Vorwürfe, noch härteres Urteil: Nordkoreas Armeechef Ri Yong Gil werden Korruption und Verschwörung vorgeworfen. Daher soll er nun hingerichtet worden sein. Ri Yong Gil ist kein Einzelfall.

Ri Yong Gil bei einer Rede im Juli 2015 in Pjöngjang. Der Militär ist Medienberichten zufolge exekutiert worden. Reuters

Nordkoreas Generalstabschef

Ri Yong Gil bei einer Rede im Juli 2015 in Pjöngjang. Der Militär ist Medienberichten zufolge exekutiert worden.

SeoulNordkoreas Armee-Generalstabschef ist Medienberichten zufolge hingerichtet worden. Ri Yong Gil seien Korruption und Verschwörung zur Last gelegt worden, meldete unter anderem die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap am Mittwoch ohne Nennung von Quellen.

Reuters erfuhr auch von der Exekution von einer mit Nordkoreas Angelegenheiten vertrauten Person, die anonym bleiben wollte. Eine offizielle Bestätigung der Hinrichtung gab es aber wie meistens in solchen Fällen nicht. Unabhängig ließen sich die Berichte nicht überprüfen. Der südkoreanische Geheimdienst lehnte eine Stellungnahme ab.

Sollten die Angaben zur Hinrichtung zutreffen, wäre es die Fortsetzung einer Serie von Exekutionen, politischen Säuberungsaktionen und Fällen plötzlich verschwundener Amtsträger, seit Machthaber Kim Jong Un die Nachfolge seines 2011 verstorbenen Vaters antrat.

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Pjöngjang hat vor wenigen Tagen eine Rakete ins All geschossen. Deswegen stoppt Südkorea nun die Produktion im gemeinsamen Industriepark Kaesong. Das könnte weitreichende Folgen für Nordkoreas Machthaber Kim haben.

Ri war bei Armeeinspektionen häufig an Kims Seite zu sehen. Zuletzt tauchte sein Name aber nicht mehr in den Staatsmedien auf, als diese über ein großes Parteitreffen und Feiern anlässlich des Abschusses einer nordkoreanischen Langstreckenrakete am Sonntag berichteten. Yonhap zitierte die Quelle mit den Worten: Die Hinrichtung lasse vermuten, dass sich Kim in seiner Macht über die einflussreichen Streitkräfte „noch immer unsicher fühlt“.

Nordkorea soll schon mehrfach politische Weggefährten gewaltsam aus dem Weg geräumt haben. Im August vergangenen Jahres berichtete Yonhap, dass der stellvertretende Regierungschef Choe Yong Gon hingerichtet worden sei, weil er angeblich die Forstpolitik von Machthaber Kim kritisiert habe.
Im April 2015 hatte Yonhap unter Berufung auf den südkoreanischen Geheimdienst berichtet, Verteidigungsminister Hyon Yong Chol sei wegen Kritik an Machthaber Kim abgesetzt und exekutiert worden. Diese Information wurde später aber wieder in Zweifel gezogen. Im Dezember 2013 ließ Kim seinen einflussreichen Onkel Jang Song Thaek hinrichten, dem Verrat und Korruption vorgeworfen wurde.
Zuletzt hatten sich wieder die Spannungen zwischen dem nahezu völlig isolierten Land und der internationalen Gemeinschaft verstärkt, nachdem Nordkorea binnen weniger Wochen einen vierten Atomtest absolvierte und eine Langstreckenrakete aufsteigen ließ.

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