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12.09.2016

18:40 Uhr

PKK-Chef Abdullah Öcalan

„Das Blut, die Tränen, das soll nun aufhören“

Monatelang schirmten die türkischen Behörden Öcalan auf der Gefängnisinsel Imrali von der Öffentlichkeit ab. Nun durfte sein Bruder ihn besuchen. Der Kurdenkonflikt eskaliert, der PKK-Führer ruft zu Frieden auf.

Der PKK-Chef Öcalan ruft nach langer Isolation zu Frieden auf. dpa

Kurden-Demonstration

Der PKK-Chef Öcalan ruft nach langer Isolation zu Frieden auf.

IstanbulNach langer Isolation hat der inhaftierte Anführer der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK, Abdullah Öcalan, zu Frieden mit der türkischen Regierung aufgerufen. „Das Blut, die Tränen, das soll nun aufhören“, teilte der PKK-Chef in einer von seinem Bruder in Diyarbakir verlesenen Nachricht mit, wie der Sender IMC TV am Montag berichtete. Zuletzt war der Konflikt zwischen Regierung und PKK weiter eskaliert.

Öcalan machte zudem deutlich, dass er zu einer Wiederaufnahme von Gesprächen bereit sei. „Wenn der Staat bereit ist, schickt er zwei Leute hierher. Ja, das ist ein schwerwiegendes Problem, aber unser Plan steht, und wir lösen dieses Problem in sechs Monaten.“ Die Hauptverantwortung liege dabei bei der Regierung. Wenn die Türkei ein Rechtsstaat sei, müsse der Staat zumindest seinen Anwälten erlauben ihn zu besuchen, so Öcalan laut der Mitteilung.

Monatelang war Öcalan, der seit 1999 auf der Gefängnisinsel Imrali inhaftiert ist, ohne Außenkontakt. Anlässlich des islamischen Opferfestes hatten die Behörden seinem Bruder eine Besuchserlaubnis erteilt.

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Die letzte Nachricht Öcalans war im März 2015 an die Öffentlichkeit gedrungen, damals rief er seine Anhänger dazu auf, den bewaffneten Kampf zu beenden. Nur wenige Monate später scheiterte jedoch ein mehr als zweijähriger Waffenstillstand und damit der Friedensprozess zwischen der PKK und der türkischen Regierung. Seitdem eskaliert der Konflikt erneut. Ankara hatte zuletzt mehrmals deutlich gemacht, dass mit aller Härte gegen die PKK vorgehen werde und die Organisation die Chance auf Friedensgespräche vertan habe.

Öcalan kritisierte auch die islamisch-konservative AKP-Regierung. „Wäre der Staat aufrichtig, wäre das Problem gelöst worden“, teilte er laut IMC TV weiter mit. Die PKK habe die Friedensgespräche mit der Regierung im Sommer 2015 nicht beendet, betonte er.

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