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27.09.2011

19:38 Uhr

Pläne der Kommission

EU will Finanztransaktionen weltweit besteuern

ExklusivAlle Europäer, die ihr Geld auf den Finanzmärkten verdienen, sollen künftig stärker zur Kasse gebeten werden. Mit einer Finanztransaktionssteuer will die EU am Handel mitverdienen - auch außerhalb Europas.

Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso will die Finanzmärkte stärker an der Finanzierung der Euro-Krise beteiligen. dapd

Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso will die Finanzmärkte stärker an der Finanzierung der Euro-Krise beteiligen.

Düsseldorf/Brüssel/BerlinDie EU will weltweit alle Finanztransaktionen besteuern, an denen Europäer beteiligt sind. Auch Geschäfte an "Handelsplätzen außerhalb der EU" sollten in diesem Fall steuerlich erfasst werden, heißt es im Richtlinienentwurf zur EU-Finanztransaktionssteuer, der dem Handelsblatt vorliegt. "Drittstaaten-Banken" ohne Sitz in der EU müssten die Abgabe ebenfalls abführen, wenn sie Geschäfte im Auftrag europäischer Kunden tätigen.

EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso will die neue Steuer im Europaparlament offiziell ankündigen und 2014 einführen - eine Weltpremiere. Denn es handelt sich um den ersten Versuch überhaupt, auf breiter Basis Umsätze an den Finanzmärkten zu besteuern. Hintergrund sind die kostspieligen Rettungsaktionen der EU-Staaten für ihre Banken in der Finanzkrise. Der Finanzsektor müsse einen "fairen und substanziellen Anteil an den Kosten der Krise" übernehmen, heißt es im Gesetzentwurf des zuständigen EU-Kommissars Algirdas Semeta.

Ein weiterer Grund für die geplante Einführung der Steuer sind die anhaltenden schweren Turbulenzen an den Finanzmärkten. Die Steuer könne dazu beitragen, "die Funktionsweise der Finanzmärkte zu verbessern", heißt es in dem Entwurf. An den Märkten gebe es "Aktivitäten, die sozial und gesellschaftlich nicht lohnend sind". Beispiele dafür seien "komplex strukturierte Finanzprodukte" und der "automatisierte Hochfrequenz-Handel".

Die Bemessungsgrundlage für die neue Steuer solle sehr "breit" ausfallen, heißt es weiter in dem Entwurf. Fast alle Transaktionen mit allen Produkten sollen steuerpflichtig werden. Als Beispiele nennt der Entwurf "Geldmarktinstrumente" sowie "Anteile an Alternativen Investmentfonds". Neben den Transaktionen an Börsen und anderen regulierten Märkten sollten auch bilaterale, sogenannte "Over-the-Counter"-Geschäfte (OTC) steuerpflichtig werden.

Kommentare (40)

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pendler

27.09.2011, 19:20 Uhr

tja, dann werden wir uns wohl besser in ami-land mit unseren konten anmelden müssen. singapore soll ich sehr einladend einsein.

Geld hat es nicht nötig, da zu sein, wo man nicht willkommen ist

Account gelöscht!

27.09.2011, 19:26 Uhr

Na, da tut Barroso wenigstens mal was sinnvolles, statt ständig mit seinen risikoverschleiernden Eurobond-Ladenhütern zu nerven.

MMM

27.09.2011, 19:29 Uhr

Endlich traut sich die EU zu diesem wichtigen und notwendigen Schritt. Warum die Einführung erst in 2014 stattfinden soll, ist für mich nicht nachvollziehbar.

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