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19.06.2015

11:42 Uhr

Pläne für neue Pipeline unterzeichnet

Der griechische Deal mit Russland

Viele Wege führen in die EU – Russland will Gas über die Türkei nach Griechenland leiten und damit die Ukraine künftig vollständig umgehen. Eine entsprechende Absichtserklärung mit Griechenland ist unterschrieben.

Die Richtung ist klar: Die Regierungschefs wollen ein gemeinsames Gas-Projekt umsetzen. Reuters

Alexis Tsipras und Wladimir Putin

Die Richtung ist klar: Die Regierungschefs wollen ein gemeinsames Gas-Projekt umsetzen.

St. PetersburgGriechenland und Russland wollen bereits im nächsten Jahr mit der Verlängerung der Gaspipeline Turkish Stream in dem EU-Land beginnen. Dazu sei in St. Petersburg eine Absichtserklärung unterzeichnet worden, sagte Energieminister Alexander Nowak am Freitag der Agentur Interfax zufolge. Die Leitung solle 2019 fertiggestellt werden.

Die Energieminister der Länder, Nowak und Panagiotis Lafazanis, unterzeichneten auf dem Internationalen Wirtschaftsforum in St. Petersburg das Memorandum über die Zusammenarbeit beim Bau und Betrieb der Pipeline auf dem Territorium Griechenlands. Das Dokument geht von der Gründung eines gemeinsamen Unternehmens aus. Russland werde zur Finanzierung des Projekts beitragen, sagte Nowak.

Die Gaspipeline Turkish Stream soll vom russischen Küstenort Anapa durch das Schwarze Meer über die Türkei bis an die griechische Grenze führen. Über die einzelnen Stränge sollen künftig bis zu 63 Milliarden Kubikmeter jährlich fließen, davon rund 50 Milliarden für den europäischen Markt.

Damit Russland das milliardenteure Vorhaben komplett verwirklichen kann, muss Griechenland dem Weiterbau von Turkish Stream zustimmen. Dann könnten die Balkanstaaten und auch Italien mit Gas beliefert werden. Neben der Türkei und Griechenland haben auch Ungarn, Mazedonien und Serbien ihr Interesse an dem Projekt bekundet.

Das Vorhaben des russischen Staatskonzerns Gazprom ersetzt frühere Pläne für die transeuropäische Pipeline South Stream, die über Bulgarien in die EU führen sollte. Russland will damit von 2020 an auf die krisengeschüttelte Ukraine als bisher wichtigstes Transitland für Gas in die EU ganz verzichten.

Von den South-Stream-Plänen hatte sich Gazprom nach Kritik an der EU-Bürokratie im vergangenen Jahr verabschiedet. Der Energieriese nutzt aber denselben Ausgangspunkt in Anapa sowie die bereits produzierten Rohre für den Bau der Leitung. Von 2017 an will der Konzern zunächst 15,57 Milliarden Kubikmeter Gas durch die Leitung in die Türkei pumpen – für den Eigenverbrauch des Landes.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Herr Josef Schmidt

19.06.2015, 13:17 Uhr

Zweiter Schock für die Amis nach der Erweiterung der North Stream gestern.

Diese Russen sind jetzt so richtig isoliert nachdem die Sanktionen verlängert wurden.

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