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05.11.2016

12:23 Uhr

Plattform Industrie 4.0

Gabriel bekommt Unterstützung für China-Kritik

VonDana Heide

Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel hat auf seiner China-Reise die Hürden für deutsche Unternehmen in der Volksrepublik kritisiert. Nun bekommt er Unterstützung für seinen China-Kurs.

Gabriel ist in dieser Woche auf einer Delegationsreise in China unterwegs, wo er die Hürden für deutsche Unternehmen in der Volksrepublik kritisiert hat. dpa

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Gabriel ist in dieser Woche auf einer Delegationsreise in China unterwegs, wo er die Hürden für deutsche Unternehmen in der Volksrepublik kritisiert hat.

BerlinBundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) bekommt Unterstützung für seinen China-Kurs. „Ich glaube, dass wir dafür sorgen müssen, dass wir in dieser globalen Vernetzung in etwa nach gleichen Spielregeln spielen müssen. Da bin ich völlig gleicher Meinung, mit dem was Gabriel formuliert hat“, sagte Siegfried Russwurm, Technikvorstand bei Siemens und Vorsitzender des Lenkungskreises der deutschen Plattform Industrie 4.0 vor Journalisten. Die Plattform Industrie 4.0 ist ein Zusammenschluss von deutschen Unternehmen, die gemeinsam Standards für das industrielle Internet entwickeln. „Es ist an der Zeit, klarer zu machen, dass die Zeiten von China als Entwicklungsland vorbei sind“, forderte Russwurm.

Gabriel hatte auf seiner Delegationsreise nach China die Hürden für deutsche Unternehmen in der Volksrepublik kritisiert. Zuvor war bekannt geworden, dass es im Wirtschaftsministerium Überlegungen für einen schärferen Schutz heimischer Unternehmen vor der Übernahme durch ausländische Investoren gibt. Neue Regeln sollen es zum Beispiel ermöglichen, Übernahmen zu untersagen, wenn das übernehmende Unternehmen etwa nur dazu in der Lage ist, weil es staatliche Subventionen erhält.

Es gebe Fälle, so Russwurm, wo man sich überlegen müsse, „gibt es da Abhängigkeiten, gibt es da solche Zuspitzungen von industrieller Kompetenz, dass ein Eigentümerwechsel eines einzelnen Unternehmens riskant sein kann. Es kann solche Fälle geben, wo man sagt, hier ist die Zuspitzung einer technologischen Kompetenz auf ein oder zwei Unternehmen so, das einfach sicher gestellt werden muss, dass deren Technologie möglichst breit zur Verfügung steht.“

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Das Bundeswirtschaftsministerium hatte im Oktober die Übernahme des Chipanlagenherstellers Aixtron durch den chinesischen Investor Fujian Grand Chip Investment gestoppt. Zuvor hatte Gabriel sich bei der geplanten Übernahme des Rotoberbauers Kuka durch das chinesische Unternehmen Midea eingeschaltet. Es gebe zwei Möglichkeiten für andere Länder oder andere Unternehmen, sagte Russwurm, „sie spielen entweder nach unseren Spielregeln mit oder es ist so wie im Sandkasten, wenn du nach den Spielregeln nicht mitspielen willst, dann spielst du halt nicht mehr mit. Dann können die ihr eigenes Spiel machen und ihren eigenen Sandkasten aufbauen.

Im Frühjahr hatte die Plattform Industrie 4.0 eine stärkere Kooperation mit ihrem amerikanischen Pendant Industrial Internet Consortium (ICC) verkündet. Wenn die Plattform aber über so eine Kooperation in China diskutiere, dann müsse man lerne, dass das nur gehe, wenn die Server in China stehen und der Quellcode offen gelegt und nicht verschlüsselt wird. „Dann muss man halt mal sagen, so sind die Spielregeln nicht“, sagte Russwurm.

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Das Gespräch mit Russwurm fand in Vorbereitung auf den IT-Gipfel statt, der am 16. November in Saarbrücken beginnt. Russwurm forderte die deutschen Unternehmen zu einer besseren Zusammenarbeit bei der Digitalisierung auf. „Kein Unternehmen kann den Weg allein gehen“, sagte er. Die Bemühungen des Wirtschaftsministerium, den Mittelstand unter anderem mithilfe von Kompetenzzentren für das Thema zu gewinnen, lobte Russwurm.

Eine der größten Herausforderungen der Unternehmen im digitalen Zeitalter sei das Thema lebenslanges Lernen. „Wir müssen uns ganz massiv um das Thema Weiterbildung kümmern“, forderte Russwurm.

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