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16.06.2014

10:47 Uhr

Polen

Minister und Notenbankchef in Bedrängnis

Ein aufgenommenes Gespräch von Innenminister Sienkiewicz mit dem Notenbankchef Belka sorgt für Wirbel. Die Mitschnitte legen nahe, dass die Entlassung des Ex-Finanzminister Jacek Rostowski nicht mit rechte Dingen ablief.

Links: Notenbankchef Marek Belka. Rechts: Innenminister Bartlomiej Sienkiewicz. Haben die beiden die Entlassung des damaligen polnischen Finanzministers Jacek Rostowski zu verantworten? dpa

Links: Notenbankchef Marek Belka. Rechts: Innenminister Bartlomiej Sienkiewicz. Haben die beiden die Entlassung des damaligen polnischen Finanzministers Jacek Rostowski zu verantworten?

WarschauEine Abhöraffäre erschüttert Polen. Das Nachrichtenmagazin „Wprost“ hat am Montag die Abschrift eines Gesprächs zwischen Innenminister Bartlomiej Sienkiewicz und Nationalbankchef Marek Belka veröffentlicht. Es gebe Gerüchte, dass noch weitere illegal angefertigte Gesprächsmitschnitte von Politikern kursierten, die die Regierung kompromittierten, berichtet das Blatt.

Wer die Aufnahmen anfertigte, ist nicht bekannt. Dem Bericht zufolge könnten die Sicherheitsdienste, Geschäftsleute oder politische Konkurrenz hinter den Aufnahmen stecken.

In dem Gespräch, das nach Angaben des Magazins vermutlich im Juli 2013 stattfand, geht es unter anderem um mögliche Unterstützung der Bank für den Staatshaushalt. Laut Abschrift machte Belka die Entlassung des damaligen Finanzministers Jacek Rostowski zur Bedingung für Bankenhilfe. Rostowski war im vergangenen Jahr aus der Regierung ausgeschieden.

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Die Nationalbank veröffentlichte noch am Sonntagabend eine Erklärung, in der die Äußerungen als „aus dem Zusammenhang gerissen“ und manipuliert bezeichnet werden. Regierungschef Donald Tusk wollte sich am Montagnachmittag zu dem Vorfall äußern. Ein Sprecher der nationalkonservativen Oppositionspartei Recht und Gerechtigkeit (PiS) kündigte an, seine Partei werde ein Misstrauensvotum gegen Sienkiewicz beantragen.

Von

dpa

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