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06.10.2016

14:11 Uhr

Polen

Parlament lehnt striktes Abtreibungsverbot ab

Der Protest Tausender polnischer Frauen hat Wirkung gezeigt: Das Parlament hat die Verschärfung des Abtreibungsrechts abgelehnt. Eine schwere Niederlage für die Regierungspartei, die nun aber eine Kehrtwende vollzieht.

Zu Tausenden waren polnische Frauen nicht nur in Warschau, sondern im ganzen Land zu Beginn der Woche auf den Straßen unterwegs, um gegen die Verschärfung des Abtreibungsrechts zu protestieren. dpa

Der „Schwarze Montag“

Zu Tausenden waren polnische Frauen nicht nur in Warschau, sondern im ganzen Land zu Beginn der Woche auf den Straßen unterwegs, um gegen die Verschärfung des Abtreibungsrechts zu protestieren.

WarschauIn Polen hat die rechtskonservative Regierungspartei innenpolitisch erstmals eine schwere Schlappe einstecken müssen. Das Parlament lehnte am Donnerstag einen Gesetzentwurf für ein nahezu komplettes Abtreibungsverbot ab. Nachdem die Pläne auf Widerstand gestoßen waren und Zehntausende Frauen ihrem Unmut bei Demonstrationen Luft machten, zog die Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) ihre Unterstützung für den Entwurf überraschend zurück. „Wir unterstützen weiter den Schutz des Lebens“, sagte Parteichef Jaroslaw Kaczynski vor den Abgeordneten. PiS werde diesbezüglich weiter handeln, aber wohlüberlegt.

Am Montag waren im ganzen Land 100.000 Frauen in schwarz gekleidet aus Protest gegen das neue Gesetz auf die Straße gegangen. Die Pläne sahen vor, das ohnehin schon strenge Abtreibungsrecht im katholischen Polen weiter zu verschärfen. Abtreibungen sollten nur noch bei Lebensgefahr der Mütter möglich sein. Bislang sind sie auch bei Vergewaltigungen, Inzest, Gesundheitsgefährdung der Mutter oder bei starken Behinderungen der Kinder erlaubt.

Von

rtr

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