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28.11.2014

15:46 Uhr

Polens Ex-Regierungschef

Donald Tusk geht nach Brüssel

Für seinen nächsten Karriereschritt macht Donald Tusk extra einen Englischkurs: Der PO-Gründer und einstige polnische Regierungschef. In Brüssel wird er nun EU-Ratspräsident.

Donald Tusk in Brüssel: „Ich wollte immer ungeschlagen von der Bühne abtreten.“ dpa

Donald Tusk in Brüssel: „Ich wollte immer ungeschlagen von der Bühne abtreten.“

WarschauZweimal hatte Donald Tusk seine liberalkonservative polnische Bürgerplattform (PO) in die Regierung geführt. Vor seinem Wechsel nach Brüssel beteuerte der PO-Gründer und einstige Regierungschef, für ihn werde ein Traum wahr: „Ich wollte immer ungeschlagen von der Bühne abtreten.“ Nun wird der blonde Kaschube, dem ein ausgezeichnetes Verhältnis zu Bundeskanzlerin Angela Merkel nachgesagt wird, als EU-Ratspräsident der erste Vertreter des „neuen Europa“ in einem europäischen Spitzenamt - und das, obwohl er bei seiner Wahl nur bescheidene Englischkenntnisse aufzuweisen hatte. Doch er versprach, sein „Englisch zu polieren“, machte einen Intensivkurs.

Auch Tusks Landsleute sehen sich in der Pflicht, internationaler auftreten zu können: Die Zeitung Gazeta Wyborcza hatte unter dem Motto „Englisch lernen mit Tusk“ ihre Leser 100 Tage lang mit Redewendungen, Wirtschafts- und Politikvokabular und englischen Texten zur aktuellen Politik zum Lernen angestachelt.

Während Tusk an seinem Englisch feilte, sondierten seine Mitarbeiter schon einmal den Brüsseler Wohnungsmarkt. Ein Garten müsse unbedingt vorhanden sein, hieß es in polnischen Boulevardmedien. Eine gute Joggingstrecke dürfte dem sportlichen Polen ebenfalls am Herzen liegen. Ehefrau Malgorzata soll eher Wert auf Möglichkeiten zum Tennisspielen legen.

Eines trübte allerdings Tusks Vorfreude auf Brüssel: Die Möglichkeit, sich regelmäßig mit seinen beiden kleinen Enkeln zu beschäftigen, werde ihm am meisten fehlen, verriet der 57-Jährige in einem Interview. Das beruht Medienberichten zufolge auf Gegenseitigkeit: Tusks siebenjähriger Enkel soll entschiedenen Protest gegen des Wechsel seines Opas nach Brüssel eingelegt haben.

Von

dpa

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