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28.08.2014

16:31 Uhr

Polens Regierungschef

Tusk soll EU-Ratspräsident werden

Einem Insider zufolge hat Polens Regierungschef Tusk gute Chancen auf die Nachfolge Herman Van Rompuys als EU-Ratspräsident. Die Entscheidung darüber soll auf einem EU-Gipfeltreffen am Samstag fallen.

Der neue EU-Ratspräsident: Polens Regierungschef Donald Tusk. dpa

Der neue EU-Ratspräsident: Polens Regierungschef Donald Tusk.

BrüsselKurz vor einem EU-Sondergipfel am Samstag mehren sich offenbar die Chancen des polnischen Regierungschefs Donald Tusk, Nachfolger von EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy zu werden. Der belgische Amtsinhaber werde mit mehreren Staats- und Regierungschefs telefonieren, sagte eine mit den Vorgängen vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag. „Wenn keiner Einwände gegen Tusk hat, haben wir einen Deal.“

Auch andere Insider in Brüssel bestätigten, dass die Chancen des 57-Jährigen gestiegen sind. Ursprünglich galt auch Tusks dänische Kollegin Helle Thorning-Schmidt als aussichtsreiche Kandidatin. Sie lehnte den Posten aber ab. „Ich bin sehr glücklich mit dem Amt der dänischen Ministerpräsidentin“, sagte sie am Donnerstag.

Der Präsident des Europäischen Rates ist neben dem EU-Kommissionschef das wichtigste Amt in der Gemeinschaft. Der Ratspräsident bereitet etwa die Treffen der 28 Staats- und Regierungschefs vor und versucht, bei Streitthemen einen Konsens zu finden. Van Rompuy wurde 2009 das erste Mal in das Amt gewählt. Seine zweite Amtszeit begann 2012 und läuft noch bis zum 30. November diesen Jahres.

Aus polnischen Parteikreisen verlautete, Tusk könnte einen der wichtigsten Posten in der EU übernehmen. Ein anderer Insider sagte, Van Rompuy wolle am Freitagmorgen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem französischen Präsidenten Francois Hollande in einer Schaltkonferenz über seinen Vorschlag beraten. Danach könnte die Besetzung der wichtigsten EU-Posten festgezurrt werden.

Wie aus den Kreisen weiter verlautete, soll die italienische Außenministerin und Sozialistin Federica Mogherini neue EU-Außenbeauftragte werden. Der spanische Wirtschaftsminister Luis de Guindos soll das Amt des Eurogruppen-Chefs übernehmen.

Meilensteine der EU

25. März 1957

Die Bundesrepublik Deutschland, Belgien, Frankreich, Italien, Luxemburg und die Niederlanden schließen die Römischen Verträge zur Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) und der Europäischen Atomgemeinschaft (EURATOM).

1968

Die Länder der EWG vollenden den Binnenmarkt und schaffen alle Zölle auf gegenseitige Exporte und Importe ab.

1. Januar 1973

Dänemark, Irland, Großbritannien und Nordirland treten der EWG und EURATOM bei.

1. Januar 1981

Griechenland tritt der EWG bei.

1. Januar 1986

Portugal und Spanien treten der EWG bei.

7. Februar 1992

Maastrichter Vertrag über die Europäische Union. Die europäische Zusammenarbeit wird über die Politik hinaus auf Bildung, Kultur, Gesundheitswesen, Verbraucherschutz, Industrie, Entwicklungshilfe, Außen- und Sicherheitspolitik, Justiz und Inneres erweitert. Außerdem wird die Gründung der europäischen Gemeinschaftswährung Euro beschlossen.

1. Januar 1995

Österreich, Schweden und Finnland treten der Europäischen Union bei.

16 März 1995

Inkrafttreten des Schengener Abkommens über den Wegfall der Personenkontrollen an den Binnengrenzen.

1. Januar 1999

11 EU-Länder führen die Gemeinschaftswährung Euro ein – darunter Deutschland. Zunächst als Buchgeld, ab 1. Januar 2001 mit eigenen Münzen und Scheinen.

1. Mai 2004

Die EU erweitert sich nach Osten und nimmt Polen, Tschechien, Ungarn die Slowakei, Slowenien und die drei baltischen Staaten auf. Außerdem treten Zypern und Malta der EU bei.

1. Januar 2007

Bulgarien und Rumänien werden EU-Mitglied.

10. Dezember 2012

Die EU erhält den Friedensnobelpreis wegen ihres Beitrags zur Förderung von Frieden, Versöhnung und Demokratie.

Bereits feststeht, dass der langjährige Eurogruppen-Chef und luxemburgische Ministerpräsident Jean-Claude Juncker Kommissionschef wird. Die Besetzung der Kommissarsposten ist noch unklar. Deutschland ist bisher mit dem Ressortchef für Energie, Günther Oettinger, vertreten. Er zeigte sich am Donnerstag auch für andere Kommissarsposten offen.

Im Grundsatz stehe er für alle Ämter in der neuen Kommission zur Verfügung, sagte er in der ARD. „Am besten ein Feld, was zu Deutschland passt und zu mir passt, also etwas im Bereich der wirtschaftlichen Themen - Wirtschaft, Energie, Industrie, Handel, Binnenmarkt.“

Von

rtr

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