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12.06.2014

17:33 Uhr

Polit-Clans in den USA

Geld ist Macht

VonAxel Postinett

Während die USA den Geburtstag des Ex-Präsidenten George H. W. Bush feiern, schmieden die beiden wichtigsten Clans Washingtons Pläne für den kommenden US-Präsidenten. Und sein Nachname steht schon so gut wie fest.

George H.W. Bush (von links) und sein Sohn George W. Bush gehören zu den mächtigsten Familien der USA. dpa

George H.W. Bush (von links) und sein Sohn George W. Bush gehören zu den mächtigsten Familien der USA.

Los AngelesEs ist ein runder Geburtstag. George H. W. Bush feiert am 12. Juni seinen 90. Geburtstag. Der Ehrentag des 41. Präsidenten der Vereinigten Staaten und Kopf der vielleicht mächtigsten Familie der USA wirft ein Schlaglicht auf eine der besorgniserregenden Entwicklungen in einem Land, das seine Entstehung dem Kampf gegen die Monarchie verdankt: Die zunehmende Konzentration von Geld und politischer Macht in den Händen weniger Superreicher und Familienclans. Zwei der mächtigsten Clans, die Bushs und die Clintons, werden 2016 wahrscheinlich wieder unter sich ausmachen, wer das Land regiert.

Rund 200 Gäste umfasst die Gästeliste für die große Party auf dem Landsitz der Bushs in Kennebunkport, Maine. Viele der Gäste werden aus Texas anreisen, dem Staat, in dem die Bushs groß und mächtig geworden sind. George Herbert Walker Bush war Präsident von 1989 bis 1993. Davor fungierte der Weltkriegs-Veteran acht Jahre als Vize-Präsident der USA, davor als Botschafter und Abgeordneter.

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Unter den Gratulanten wird George W. Bush, 43. Präsident der Vereinigten Staaten, und Sohn des Jubilars sein. Erwartet wird auch Jeb Bush, früherer Gouverneur von Florida und möglicher Anwärter auf die Nominierung zum republikanischen Präsidentschaftskandidaten für 2016.

Schafft er den Spießrutenlauf durch die Instanzen gegen starke Gegner wie Ron Paul oder Ted Cruz, wird er mit hoher Wahrscheinlichkeit auf eine andere Familienmacht der USA treffen: Hillary Clinton, Demokratin, Ex-Außenministerin und Frau des früheren US-Präsidenten Bill Clinton. Ihr Ostküstenklan mit massiver Unterstützung in der politischen und wirtschaftlichen Oberschicht New Yorks und Washingtons ist eine feste Größe in der US-Politik.

Die Bushs sind fest verankert in der texanischen Ölindustrie und genießen das Vertrauen milliardenschwerer Großindustrieller wie Charles und David Koch. Die Brüder gelten als die einflussreichsten konservativen Strippenzieher hinter den Kulissen, mit millionenschweren Anzeigenkampagnen und geheimen politischen Unterstützerorganisationen.

Kommentare (4)

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Account gelöscht!

12.06.2014, 20:26 Uhr

Zum Thema Superreiche:
Ich kann nicht nachvollziehen wieso in diesem Artikel solch ein negativer Unterton mitschwingt, wenn es um den angeblichen Einfluss von Vermögenden auf den politischen Prozess in den USA geht.
Diese Leute - Unternehmer, Wirtschaftsbosse etc. - sind besser ausgebildet und geistig leistungsfähiger als der Rest Bevölkerung und haben im Kapitalismus, in dem nur die Intelligentesten und Ehrgeizigsten bestehen, es zu herausragenden Erfolgen gebracht. Das schaft man nicht, wenn sich die Welt macht, wie man sie gern hätte, sondern nur wenn man die Welt in ihrer ganzen Komplexität versteht und über Jahrzehnte die richtigen Entscheidungen trifft. Die Koch-Brüder haben ein kleines Unternehmen von ihrem Vater geerbt und das zu einem Unternehmen mit 100 Milliarden USD Umsatz aufgebaut, eine Leistung, die kein Berufspolitiker oder Normalbürger jemals erbringen könnte. Unternehmer und Wirtschaftsbosse wissen besser, wie man diese Gesellschaft und Wirtschaft organisiert, denn sie haben es in ihrem Leben bewiesen und haben deshalb das moralische Recht, mehr Einfluss auf die Politik zu haben, als die Durchschnittsbürger. Die Leistungselite wird in diesem demokratischen System bewusst und systematisch unterdrückt indem sie im normalen demokratischen Prozess nicht besser gestellt wird, als alle anderen. Spenden an Parteien und Politiker sind die einzige Möglichkeit, um sicherzustellen, dass diese Demokratie nicht vollkommen ungerecht wird.
Es ist erstrebenswert, dass die Erfolgreichen größeren Einfluss auf die Politik haben, denn Wirtschaft ist kein Nullsummenspiel und von richtigen politischen Entscheidungen profitieren ALLE.

Account gelöscht!

12.06.2014, 22:39 Uhr

@dnl1899

1)„Wirtschaftsbosse...besser ausgebildet und geistig leistungsfähiger....Intelligentesten und Ehrgeizigsten…zu herausragenden Erfolgen gebracht...deshalb das moralische Recht, mehr Einfluss auf die Politik zu haben, als die Durchschnittsbürger“

a)Für Gewinnmaximierung zutreffend, aber begrenzt. Globale Kartelle, Finanzkraft, politischer Einfluss, Kriege entscheiden über Gewinne!

b)Für technischen Fortschritt zutreffend, aber begrenzt. Er wird unterdrückt, wenn er Gewinne mächtiger Unternehmen stört!

c)Zerstörung von Umwelt und Gesundheit unterschlagen Sie!
Typ. kapitalistische Entgleisungen:
Massentierhaltung, Gentechnik (Monsanto), Elektrosmog, Verseuchung der Meere, Atomkraft-Katastrophen.
Sollen Menschen, die Umwelt, Tier, Mensch vergiften, wirklich Ihr Leben bestimmen?

d)Was Sie als „Rest der Bevölkerung“ bezeichnen, ist der Zahl der „Unternehmer, Wirtschaftsbosse etc.“ weit, weit überlegen.
Soll eine kleine Minderheit, für die Menschen Kostenfaktoren sind, über deren Leben bestimmen?

2)“von richtigen politischen Entscheidungen profitieren ALLE“

Was sind richtige politische Entscheidungen?
Wenn die Minderheit über die Mehrheit entscheidet oder umgekehrt?


3)Bitte durchdenken Sie

a)Soll der Mensch für die Wirtschaft da sein oder die Wirtschaft für den Menschen gestaltet werden?

b)Geld soll einen Gegenwert für die Wirtschaftskraft darstellen.
Wenn Geldvermögen bzw. Schulden exponentiell steigen, müßte auch die Wirtschaft exponentiell wachsen.
-Können Sie sich das vorstellen?
-Würden Sie sich das wünschen?

c)Also was müßte sich wohl ändern?


Viele Grüße

Harald Münzhardt

Account gelöscht!

13.06.2014, 11:25 Uhr

Etwas simpel, superreich mit "besser ausgebildet und geistig leistungsfähiger" gleichzusetzen und zu implizieren, dass das, was diese Leute umtreibt, per se richtiger ist das das, was ev. viele andere sich wünschen oder anders machen würden.
Dass der 43. Präsident der USA nicht gerade ein geistiges Licht war, ist wohl unbestritten. Und gerade dessen Entscheidungen - bzw. das, was andere für ihn entschieden haben, hat wohl unbestritten weltweit negativste Auswirkungen gehabt.
Dass solche Leute wie er und Konsorten mehr Einfluss auf die Politik gewinnen, davor bewahre uns Gott!

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