Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

30.09.2012

14:55 Uhr

Politiikdrama

Chinas KP gibt Bo Xilai für die Todesstrafe frei

Er war einer der mächtigsten Männer Chinas, nun droht Bo Xilai die Todesstrafe. Das allmächtige Politbüro sieht sich zu diesem harten Vorgehen gegen einen der Ihrigen gezwungen, um den geplanten Machtwechsel zu retten.

Bo Xilai auf dem Volkskongress in China. dapd

Bo Xilai auf dem Volkskongress in China.

Peking Chinas Familiendrama um Politik, Korruption, Sex und einen Giftmord geht weiter. Nachdem auf den gefallenen Politstar Bo Xilai möglicherweise ein Todesurteil zukommt, hat sich nun sein Sohn verzweifelt zu Wort gemeldet: „Die Vorwürfe widersprechen allem, was ich über meinen Vater weiß“, teilte Bo Guagua online mit. Chinesische Journalisten in Peking schätzen den Beitrag auf der Blog-Plattform Tumblr als echt ein. Am Freitag hatte das allmächtige Politbüro den älteren Bo des Machtmissbrauchs, der Korruption und „ungehöriger sexueller Beziehungen zu einer Reihe von Frauen“ bezichtigt.

Die Affäre Bo erschüttert China nachhaltig. Die immer neuen Enthüllungen verkomplizieren einen laufenden Führungswechsel und untergraben das Vertrauen der Bürger in die regierenden Kommunisten. Bo Xilais Frau, Gu Kailai, hat nach eigenem Geständnis im vergangenen November einen britischen Geschäftsmann vergiftet. Ein Gericht hat sie bereits zu Tode verurteilt – mit mehrjährigem Aufschub. Bo selbst befindet sich unterdessen weiterhin an einem unbekannten Ort in Haft.

Führungswechsel: Chinesische Kader kämpfen um die Macht

Führungswechsel

Chinesische Kader kämpfen um die Macht

Die Spitzen der Kommunistischen Partei streiten in China heftig um die Posten in der nächsten Führung. Die Plätze im Politbüro sind heiß begehrt. Doch es sind nicht nur die Kandidaten, die mit harten Bandagen kämpfen.

Die Führung hat sich im Umgang mit Bo Xilai schwergetan. Bo war seit 1980 Mitglied der Kommunistischen Partei und hat es sich seine charismatische Art, Führungskraft und Organisationstalent bis nach ganz oben gebracht: in den Ständigen Ausschuss des Politbüros, dem Machtzentrum chinesischer Politik. Gleichzeitig hatte er eine Reihe prominenter Positionen als Leiter von Provinzen. Er war bereits als möglicher Präsident im Gespräch.

Nachdem die Mordvorwürfe gegen seine Frau an die Öffentlichkeit kamen, war der Fall des prominenten Politikers umso tiefer. Für die Partei untragbar geworden, begannen Ermittlungen zu seinem Führungsstil und der Herkunft seines Vermögens, das sein Einkommen und ein Vielfaches übersteigen.

Einmal untragbar geworden, stürzte sich die interne Kontrolle der Partei mit aller Härte auf den Fall – schließlich will die Partei zeigen, dass sie etwas gegen die grassierende Korruption tut. Die Staatsmedien führen die Ermittlungen gegen Bo derzeit als Beweis dafür an, dass auch hohe Kader nicht geschützt seien.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×