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26.01.2016

16:34 Uhr

Politik in Tschechien

Abgang per Kalaschnikow

Wie sich ein Regierungschef abberufen lässt? Mit Wahlen – oder einer Kalaschnikow. Mit dieser scherzhaften Aussagen sorgte Tschechiens Präsident Zeman für Aufsehen. Vor allem einer fand den Spruch überhaupt nicht lustig.

So harmonisch wie bei diesem Treffen ist das Verhältnis von Tschechiens Ministerpräsident Bohuslav Sobotka und Präsident Milos Zeman (r.) nicht. ap

Bohuslav Sobotka und Milos Zeman

So harmonisch wie bei diesem Treffen ist das Verhältnis von Tschechiens Ministerpräsident Bohuslav Sobotka und Präsident Milos Zeman (r.) nicht.

Der tschechische Präsident Milos Zeman hat Ministerpräsident Bohuslav Sobotka offensichtlich im Scherz mit einem Attentat gedroht. Auf die Frage, wie Sobotka abberufen werden könnte, sagte der 71-Jährige der Agentur CTK zufolge bei einer Begegnung mit Bürgern: „Es gibt einen demokratischen Weg – und das sind freie Wahlen. Und dann gibt es da einen undemokratischen Weg – und der nennt sich Kalaschnikow.“

Sobotka zeigte sich am Dienstag erschüttert. „Wir sind höchstwahrscheinlich das einzige zivilisierte Land der Welt, in dem der Präsident öffentlich zur Tötung des Regierungschefs aufruft“, sagte der Sozialdemokrat CTK. Er sprach von einer dummen Äußerung, die seine Kinder und Familie unnötig erschrecke und forderte mehr Professionalität.

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Tschechiens Präsident Milos Zeman macht Stimmung gegen Flüchtlinge: „Ich bin der Ansicht, dass die Muslimbruderschaft diese Invasion organisiert.“ Rückendeckung bekommt er auch von seinem Amtsvorgänger.

Auch Innenminister Milan Chovanec verurteilte „geschmacklose Scherze über den Waffengebrauch“ gegenüber Politikern. Zeman unterstütze eine „Faschisierung der Gesellschaft“, sagte Menschenrechtsminister Jiri Dienstbier und fragte: „Gibt es für ihn noch Grenzen?“ Zeman ist seit März 2013 Präsident. Er war zuletzt vor allem mit islamkritischen Äußerungen aufgefallen.

Von

dpa

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