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07.03.2012

09:59 Uhr

Politische Bewertung

In Berlin stößt Mitt Romney auf Skepsis

VonDietmar Neuerer

ExklusivAuch wenn er sich im Vorwahlkampf schwer tut, Mitt Romney bleibt Favorit der Republikaner für die Präsidentschaftskandidatur. In Berlin stößt der moderate Republikaner allerdings auf ein verhaltenes bis negatives Echo.

Mitt Romney. dpa

Mitt Romney.

BerlinEine mögliche Präsidentschaftskandidatur von Mitt Romney stößt auf ein geteiltes Echo in Berlin. „Romney wäre mit seinen Erfahrungen aus der Wirtschaft sicher ein Präsident, mit dem das Projekt einer Transatlantischen Freihandelszone vorankommen könnte. Darin liegt die Zukunft des transatlantischen Verhältnisses“, sagte der außenpolitische Sprecher der Unions-Bundestagsfraktion, Philipp Mißfelder, Handelsblatt Online. Gegenüber China beziehe der Republikaner sehr klare und teilweise konfrontative Positionen. Von einer republikanischen Administration könne deshalb die Forderung an Europa kommen, sich im Verhältnis USA-China auf eine Seite zu stellen. Das transatlantische Verhältnis sei zwar „historisch gewachsen und unverbrüchlich“, unterstrich der CDU-Politiker. Doch China sei Deutschlands strategischer Partner. „Darum kann es in dieser Frage kein entweder-Oder geben.“

Das sieht auch der CDU-Wirtschaftsexperte Joachim Pfeiffer so. Er glaube nicht, dass die deutsch-amerikanische Partnerschaft von einer möglichen Präsidentschaft Romneys negativ betroffen sein werde. „Es gibt nach wie vor gemeinsame Werte, Interessen und den Freihandel“, sagte Pfeiffer Handelsblatt Online. „Auch können sich die Amerikaner nicht vor der Globalisierung drücken.“

Der Chef der FDP-Gruppe im Europaparlament, Alexander Graf Lambsdorff, sieht im Falle eines Präsidenten Romney neue Herausforderungen auf Europa zukommen. Grundsätzlich zeichne sich zwar das transatlantische Verhältnis durch Konstanz und Verlässlichkeit aus, unabhängig davon ob ein Republikaner oder ein Demokrat im Weißen Haus sitze. „Auch wenn einige Aussagen der republikanischen Bewerber auf einen Rechtsruck der Partei auch in außenpolitischen Fragen schließen lassen, sollte man diese zumindest im Falle des doch eher besonnenen Kandidaten Mitt Romney nicht überbewerten“, sagte Lambsdorff Handelsblatt Online. Aufhorchen ließen dagegen seine Aussagen zur Stärkung der amerikanischen Seestreitkräfte. „Das deutet stark darauf hin, dass er, sollte er gewählt werden, die Umorientierung der USA Richtung Pazifik und Indischer Ozean fortsetzen will“, ist sich Lambsdorff sicher.

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Dieser geostrategische Paradigmenwechsel von einer transatlantischen hin zu einer pazifisch-asiatischen Ausrichtung sei allerdings schon von der Obama-Administration begonnen worden. Denn niemand in Amerika könne sich der wachsenden Bedeutung Chinas und der pazifischen Schwellenländer entziehen. „Es liegt also vor allem an Europa, sich mit neuer Ernsthaftigkeit auf ein verändertes strategisches Umfeld einzustellen, dass uns absehbar mehr Verantwortung für Stabilität und Friedenssicherung in unserer eigenen Nachbarschaft auferlegen wird“, sagte Lambsdorff.

Kommentare (10)

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Klare_Kante

07.03.2012, 10:58 Uhr

Schön, daß es neben der Heuschrecke Romney und dem religiös total vernebelten Santorum noch eine brauchbare Alternative gibt. OBAMA !!! Hauptsache die Ami's haben es auch begriffen, daß mit den republikanischen Kandidaten kein Staat zu machen ist.

Account gelöscht!

07.03.2012, 12:30 Uhr

Nicht Skepsis, Ablehnung ist angesagt. Denn wie kann man jemanden akzeptieren, der sein Geld mit dem Unglück anderer Leute verdient.

Account gelöscht!

07.03.2012, 12:37 Uhr

an Klare_Kante: genau das ist den Amerikaner leider nicht bewußt, denn die Alternative Obama (ich mag diesen Präsidenten) ist schwarz und Demokrat, er steht für alles was die Rep's nicht ausstehen können und wir können sicher sein, das wir dieses auch zu spüren bekommen wenn die Rep's wieder im Weissen Haus landen sollten, aber wie heißt es so schön: die Hoffnung stirbt zu läßt.

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