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05.04.2014

16:23 Uhr

„Politischer Preis“

Ukraine akzeptiert Russlands neuen Gaspreis nicht

Die Lage in der Ukraine bleibt angespannt: Der Gaspreis hat sich fast verdoppelt. So viel will das Land nicht zahlen. Derweil sind im Osten der Ukraine Vermummte wegen Umsturzversuchen festgenommen worden.

Gasstation in Sudzha in der Region Kursk. Der Preis für einen Kubikmeter Gas wurde auf 485,5 Dollar angehoben. dpa

Gasstation in Sudzha in der Region Kursk. Der Preis für einen Kubikmeter Gas wurde auf 485,5 Dollar angehoben.

Kiew/Moskau/LuganskDie Ukraine will die massiv erhöhten Preise für russisches Gas nicht zahlen. „Das ist kein wirtschaftlicher, sondern ein politischer Preis“, sagte Regierungschef Arseni Jazenjuk in Kiew am Samstag bei einer Kabinettssitzung. Er warf Russland „wirtschaftliche Aggression“ vor. Die Ukraine sei bereit, wie seit Jahresbeginn 268 US-Dollar (194 Euro) je 1000 Kubikmeter Gas zu bezahlen, betonte Jazenjuk.

Wirtschaftsminister Juri Prodan kündigte an, Gazprom vor einem internationalen Schiedsgericht zu verklagen. Der Monopolist verweigere Verhandlungen über niedrigere Preise, sagte Prodan.

Der russische Staatskonzern Gazprom hatte zum April den Gaspreis auf 485,5 Dollar angehoben und den Schritt mit Milliardenschulden der Ukraine und dem Wegfall eines Sonderrabatts begründet. Moskau steht im Ruf, die Gaspreise auch als politisches Druckmittel einzusetzen.

Gazprom-Chef Alexej Miller forderte die Ukraine mit Nachdruck auf, ihre Schulden zu begleichen. „Wir können Gas nicht kostenlos liefern“, sagte er. Der Konzern betonte, der aktuell angesetzte Preis richte sich nach einem 2009 vereinbarten Vertrag. Der ukrainische Staatskonzern Naftogas habe seither stets die Bedingungen erfüllt und dadurch den Kontrakt anerkannt, sagte ein Gazprom-Sprecher.

Derweil bleibt die Lage in der Ukraine insgesamt angespannt. Wegen bewaffneten Umsturzversuchs hat der ukrainische Geheimdienst SBU im Gebiet Lugansk im Osten des Landes 15 Menschen festgenommen. Bei den Verdächtigen seien 300 Maschinenpistolen sowie Handgranaten, vorbereitete Brandsätze sowie Pistolen sichergestellt worden, teilte der SBU am Samstag mit.

Die Festgenommenen hätten geplant, in Lugansk nahe der russischen Grenze die Gebietsverwaltung zu stürmen und gewaltsam die Macht zu übernehmen. Die Behörden machten keine Angaben dazu, ob es sich dabei um prorussische Aktivisten handelte. In der Stadt hatten russlandtreue Kräfte Anfang März den Gouverneur zum Rücktritt gezwungen. Erst vor kurzem waren in Russland 25 Ukrainer unter dem Verdacht festgenommen worden, sie wollten auf Befehl des SBU Attentate vorbereiten.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

07.04.2014, 08:40 Uhr

GAZPROM-UKRAINE
...............
irreführende Berichterstattung..
.
gazprom hat der ukraine bisher einen rabatt von ca. 40%
gewährt.
die ukraine hat seit ca. 2 jahren die Rechnungen nicht
mehr bezahlt und hat schulden von mehreren mrd. €
..

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