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27.01.2010

15:43 Uhr

Politisches Asyl

Deutsche Schulverweigerer schlüpfen in den USA unter

Eine deutsche Familie hat in den USA politisches Asyl wegen angeblicher Verfolgung in ihrer Heimat erhalten. Die strenggläubigen Baden-Württemberger wollten ihre Kinder daheim unterrichten und wurden aus diesem Grund mehrfach von den Behörden vorgeladen.

Familie Romeike beim Heimunterricht: Politisches Asyl in den USA. dpa

Familie Romeike beim Heimunterricht: Politisches Asyl in den USA.

HB NEW YORK. Weil sie ihre Kinder aus religiösen Gründen nicht auf eine Schule schicken wollen, hat eine Familie aus Deutschland in den USA politisches Asyl erhalten. Der strenggläubigen Familie Romeike aus Baden-Württemberg müsse Schutz gewährt werden, weil eines ihrer fundamentalen Grundrechte verletzt worden sei, zitieren amerikanische Medien die Entscheidung eines Richters im Staat Tennessee. Das sei umso bedenklicher, weil Deutschland ein demokratisches Land sei, dessen Politik in diesem Falle "allem widerspricht, woran wir als Amerikaner glauben", sagte Richter Lawrence Burman demnach. "Dieses Urteil ist beschämend für Deutschland. Wir hoffen, es wird Deutschland davon abhalten, Heimschüler weiter zu verfolgen."

Die Familie stammt aus Bissingen an der Teck in der Nähe von Stuttgart. Uwe Romeike, selbst Musiklehrer, hatte die drei ältesten seiner fünf Kinder im September 2006 aus der Grundschule genommen und damit gegen die deutsche Schulpflicht verstoßen. In früheren Berichten hatte Romeike gesagt, er wolle seinen Kindern das "unchristliche Treiben" an deutschen Schulen nicht mehr zumuten. Seit zwei Jahren lebt die Familie in den USA.

"Menschen, die ihre Kinder zu Hause unterrichten wollen, sind eine besondere soziale Gruppe, die die deutsche Regierung zu unterdrücken versucht. Diese Familie hat eine gut begründete Furcht vor Verfolgung", zitiert der Verband der amerikanischen Heimschulen ihrer eigenen Juristen. Familienvater Romeike sagte amerikanischen Medien, er sei sehr glücklich über dieses Urteil. Seine Familie schätze die Freiheit in den USA und wolle sich in Tennessee ein neues Leben aufbauen. "Viele Menschen, vor allem andere deutsche Heimschüler, haben für uns gebetet. Diese Gebete wurden nun erhört."

Kommentare (7)

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Aufklärung08

27.01.2010, 17:03 Uhr

Köstlich, da geht der "überzeugte Christ" in das Land, das (religiöse)Kriege mit Lügen begründet, weil er sich hier "unterdrückt fühlt". ich hoffe er nimmt die US-Staatsbürgerschaft an, gibt die deutsche ab um nicht in DE wieder die Hand aufzuhalten, wenn sich die Freiheit in Amiland doch nicht so toll anfühlt... .
Die Kinder können einem leid tun

H J Henseler

27.01.2010, 17:23 Uhr

ich glaube, wir werden ohne die Familie Romeike durch die Krise kommen und ich hoffe die bundesrepu-
blik stellt keinen Auslieferungsantrag. interessant
waere zu erfahren, welche Verguenstigungen der Staat
Tennessee den politischen Fluechtlingen gewaehrt.
Vielleicht haben wir da eine Loesung fuer einige
Probleme bei uns.

Anna Kaiser

27.01.2010, 17:45 Uhr

Super, auf welche ideen Leute kommen, um Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis in den USA zu bekommen! Das ist der lächerlichste Asylgrund, den ich je gehört habe!

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