Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

08.06.2015

09:30 Uhr

Politwoops

Website mit gelöschten Politiker-Tweets droht das Aus

Auf der Seite „Politwoops“ werden Tweets archiviert, die Politiker gelöscht haben. Darunter sind Tippfehler, aber auch peinliche Äußerungen und plötzliche Meinungsumschwünge. Jetzt droht dem Projekt das Aus.

Auf „Politwoops“ werden Tweets archiviert, die Politiker gelöscht haben. Die deutsche Version ist noch online, wie dieser Screenshot zeigt.

Getwittert und es später bereut.

Auf „Politwoops“ werden Tweets archiviert, die Politiker gelöscht haben. Die deutsche Version ist noch online, wie dieser Screenshot zeigt.

Den HaagDie Website Politwoops archiviert in zahlreichen Ländern gelöschte Tweets von Politikern, nun droht dem Projekt nach der Abschaltung in den USA das Aus. „Es ist wahrscheinlich nur eine Frage der Zeit, bis sie die anderen (Websites) schließen“, sagte Arjan El Fassed, Leiter der Stiftung Open State, die Politwoops 2010 in den Niederlanden gestartet hatte.

Der Dienst ist ein Archiv von Tippfehlern, es werden aber auch peinliche Äußerungen und plötzliche Meinungsumschwünge von Politikern in nunmehr 30 Ländern dokumentiert. Auch Journalisten nutzen die Websites für Recherchen. In Deutschland ist der Dienst nach wie vor verfügbar.

In den USA sperrte der Kurzbotschaftendienst Twitter den Betreibern von Politwoops vor zwei Wochen allerdings den Zugriff auf die gelöschten Beiträge. In den Vereinigten Staaten war die Website seit 2012 online, unterstützt von der Stiftung Sunlight, die sich für mehr Transparenz in der Politik einsetzt.

„Wir denken, dass öffentlich geäußerte Meinungen oder politische Botschaften, die gelöscht wurden, Teil des parlamentarischen Prozesses sind“, erklärte El Fassed. In der vergangenen Woche trafen sich die Betreiber von Politwoops mit Twitter-Verantwortlichen. „Sie sagten, wir verletzten die Regeln, wobei sie dies schon seit fünf Jahren wissen“, sagte der Open-State-Chef. 2012 habe Twitter noch betont, dass dieser Verstoß toleriert werde. „Wir wissen wirklich nicht, wieso Twitter seine Meinung geändert hat.“

Ohnehin sei der Zugriff auf die gelöschten Tweets eine rechtlich komplexe Frage, es handele sich ja um öffentliche Äußerungen und nicht um private Nachrichten, sagte El Fassed. Die interessantesten Tweets seien diejenigen, „die nach einer Woche, während der Sommerferien oder vor Wahlen gelöscht werden.“

Von

afp

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×