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16.05.2011

04:17 Uhr

Polizeibericht

Mutmaßliches Opfer spricht von roher Gewalt

VonBernd Kupilas

Wenn die Angaben der Zeugin stimmen, hat Dominique Strauss-Kahn sein Opfer brutal angefallen, hat versucht sie zu vergewaltigen, ist überstürzt geflüchtet. Inzwischen hat das mutmaßliche Opfer Strauss-Kahn identifiziert.

In diesem Hotel soll es zu dem Übergriff gekommen sein. Quelle: dpa

In diesem Hotel soll es zu dem Übergriff gekommen sein.

New YorkEs ist 16.40 am Samstag, Flug 23 der Air France nach Paris soll in zehn Minuten vom John-F.-Kennedy-Flughafen in New York starten. Das Personal will gerade die Bordtüren schließen, als Beamte der New Yorker Hafenbehörde in den Flieger stürzen. Ihr Ziel: die erste Klasse.

Dort sitzt ein besonderer Fluggast, er darf jedes Air-France-Flugzeug betreten und dort in der ersten Klasse Platz nehmen: Dominique Strauss-Kahn, 62. Er ist ohne Begleitung unterwegs. Er hat kein Handy dabei.

„Was soll das“, fragt Strauss-Kahn. Die Beamten nehmen ihn fest wegen des Vorwurfs einer „ungesetzlichen sexuellen Handlung, versuchter Vergewaltigung und widerrechtlichen Festhaltens einer Person“, wie es später in der offiziellen Mitteilung zur Verhaftung des IWF-Chefs heißen wird.

Strauss-Kahn wehrt sich nicht, „er leistete den Anweisungen der Kriminalbeamten Folge“, erklärt ein Sprecher der Behörde später. Die Polizisten verzichten auf Handschellen und bringen ihn ins Polizeirevier Midtown Süd. Dort wird er in einer Zelle der Spezialeinheit für die Aufklärung von Sexualstraftaten untergebracht.

Eine Zeugin spricht von blanker Gewalt

Nur wenige Stunden zuvor: Ein Zimmermädchen öffnet die Tür zu Suite 2806 im Sofitel New York an der 44. Straße nahe des Times Square. Strauss-Kahn hatte dort am Freitag eingescheckt. Die 32-Jährige ahnt nicht, dass der Hotelgast noch da ist: Es ist bereits 13 Uhr. Die Suite für 3000 Dollar pro Nacht hat ein Foyer, einen Konferenzraum, ein Wohn- und ein Schlafzimmer.

Plötzlich steht Dominique Strauss-Kahn vor ihr. Nackt. Jedenfalls sagt sie es so aus. Strauss-Kahn „kam aus dem Badezimmer, völlig nackt, und versuchte, sie sexuell anzugreifen“, schildert der New Yorker Polizeisprecher Paul Browne später die Ereignisse. „Er zehrt sie vom Foyer ins Schlafzimmer und auf das Bett.“ Die Tür zur Suite hat er versucht abzuschließen.

Die Frau wehrt sich, er schleift sie durch den Flur Richtung Badezimmer, dort fällt er sie ein zweites Mal an.

Schließlich kann sie sich losreißen und flieht aus der Suite. Sie berichtet ihren Kollegen vom Hotelpersonal von dem Angriff. Jemand wählt 911 – den Polizeinotruf.

Als die Polizei eintrifft, ist Strauss-Kahn nicht mehr in der Suite. Er muss überstürzt aufgebrochen sein, denn die Spurensucher der Polizei finden in der Suite noch sein Handy und andere persönliche Gegenstände.

Die Ermittlungen schreiten voran

Am Sonntag (Ortszeit) meldet die New Yorker Polizei erste Ergebnisse ihrer Ermittlungen: Das Zimmermädchen, das Dominique Strauss-Kahn sexuelle Belästigung vorwirft, hat den IWF-Chef offiziell als ihren Angreifer identifiziert.

Noch am Sonntagabend (Ortszeit) sollte ihm vor Gericht die Anklage verlesen werden. Nach Berichten des „Wall Street Journals“ verzögerte sich der Termin jedoch, weil die Polizei zunächst noch die Anordnung einer Untersuchung des IWF-Chefs durchsetzen wollte, bei der nach möglichen Kratz-Verletzungen oder DNA-Spuren des angeblichen Opfers am Körper Strauss-Kahns gesucht werden sollte.

Kommentare (20)

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Straussioberwichtig

15.05.2011, 19:08 Uhr

Was für eine Schmierenkomödie !
Wieviel kriegt Straussi dass er dieses Spiel mitmacht ?
Oder wird er nur benutzt um Zeit zu schinden oder um einen fadenscheinigen Grund zu haben, warum die EU nun doch auseinanderbricht oder Griechenland Umschulden muss, weil Straussi oberwichtig verhindert ist ?
Zum totlachen dieses Theater !
Aber liebe Mitmenschen ! WIR sollen die versalzene Suppe letzendlich auslöffeln !!
Ist euch das klar ???

otto15

15.05.2011, 19:30 Uhr

Wie sehr muss dieser bedauernswerte Mann von seiner sexualität abhängig sein - er verliert alles, aber auch alles. Es hätte reichlich Möglichkeiten gegeben für Ihn, seine Vorlieben auszuleben.

Account gelöscht!

15.05.2011, 19:50 Uhr

Das scheint eine der amerikanischen Verwechslungsgeschichten zu sein: Er bestellt sich eine für einen Quickie, duscht schnell und plötzlich ist die falsche Maid da.
Bei 3000 Dollar pro Nacht würde ich all inclusive erwarten und nicht ungeschultes Dumpinglohnpersonal, das nicht die geringsten Regeln beherrscht. Dieses Hotel ist nicht zu empfehlen.

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