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05.12.2014

06:36 Uhr

Polizeigewalt in den USA

„Was wir wollen? Gerechtigkeit!“

Die Menschen in den USA wollen sich nicht mit der Polizeigewalt in ihrem Land abfinden.Wieder gehen Tausende auf die Straße. New Yorks Bürgermeister kündigt Schulungen für Polizisten an.

Proteste gegen Polizeigewalt

Eskalation in USA: "Stop Killer Cops"

Proteste gegen Polizeigewalt: Eskalation in USA: "Stop Killer Cops"

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New YorkTausende Menschen sind in den USA aus Protest gegen Polizeigewalt auf die Straße gegangen. Die Demonstrationen und Straßenblockaden reichten in der Nacht zum Freitag von Boston über Washington bis nach Atlanta im Südstaat Georgia und Seattle an der Westküste. In New York dauerten die Proteste die zweite Nacht in Folge an. Im Bezirk Brooklyn inszenierten Demonstranten ein „Die-In“ mit Papp-Särgen, anderswo in der Millionenmetropole legten sich Menschen mitten auf die Straße. „Was wir wollen? Gerechtigkeit! Wann wollen wir sie? Jetzt!“, riefen sie am Foley Square in Manhattans Justizdistrikt.

Ersten Berichten zufolge verliefen die Proteste ohne größere Auseinandersetzungen der Demonstranten mit der Polizei. In New York wurden 80 Menschen wegen Verkehrsbehinderung vorübergehend festgenommen, wie es in Medienberichten hieß.

New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio versprach am Donnerstag, die angekündigte Reform der Polizei durchzusetzen und eine Umerziehung seiner Sicherheitskräfte in die Wege zu leiten. Die „New York Times“ berichtete am frühen Freitag, dass rund 22 000 Polizisten der Stadt in Kursen lernen sollen, wie sie Krisensituationen nach Möglichkeit entschärfen können, bevor sie zur Waffe greifen.

Anlass der jüngsten Proteste war der Beschluss von Geschworenen am Mittwoch, einen weißen Polizisten für den Tod eines Schwarzen im New Yorker Bezirk Staten Island nicht zur Rechenschaft zu ziehen. Der Polizist hatte den Mann bei der Festnahme wegen angeblich illegalen Zigarettenhandels in den Würgegriff genommen. Dessen Hilferufe, er bekomme keine Luft mehr, ignorierte er. Der asthmakranke Schwarze, ein sechsfacher Familienvater, starb wenig später.

Zuvor hatten Jurys in Ferguson (US-Bundesstaat Missouri) und Cleveland (Ohio) für den Verzicht auf eine Anklage gegen weiße Polizisten gestimmt. In Ferguson war der unbewaffnete Schwarze Michael Brown durch die Schüsse eines Polizisten gestorben. In Cleveland wurde ein zwölfjähriger Schwarzer erschossen, weil er eine Pistolenattrappe in der Hand hielt.

Von

dpa

Kommentare (4)

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Herr C. Falk

05.12.2014, 09:39 Uhr

Nun ist die "Farbenrevolution" der US-Globalstrategen in den Vereingten Staaten selber angekommen, womit sich die sprichwörtliche Katzte selber in den Schwanz beißt.

lol

Herr Thomas Melber

05.12.2014, 09:59 Uhr

Sollte sich dies mit Occupy verbinden wird es "spannend". Zudem gibt es ja in den USA separatistische Strömungen. Interessant, daß das alles keine Auswirkungen auf das Rating hat - honi soit qui mal y pense.

Herr Franz Kittel

05.12.2014, 11:18 Uhr

Eine nach innen UND außen immer schon AGRESSIV(es begann mit der Ausrottung der Ureinwohner, Versklawung der Farbigen) agierende Nation - sorry Clique, will Vorbild für die GANZE Welt sein. "Arme" Menschheit!

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