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26.10.2016

16:12 Uhr

Pommes, Chips und Co.

EU-weite Obergrenze für Transfette gefordert

Industriell hergestellte Fette, sogenannte Transfettsäuren, sollen eine EU-Obergrenze erhalten. Die unter anderem in Pommes und Chips vorkommenden Fette erhöhen das Krankheitsrisiko. Ein Beschluss könnte Jahre dauern.

Das fetthaltige Kartoffelprodukt könnte künftig einer EU-Obergrenze unterliegen. dpa

Pommes

Das fetthaltige Kartoffelprodukt könnte künftig einer EU-Obergrenze unterliegen.

StraßburgDas Europaparlament hat EU-weite Obergrenzen für sogenannte Transfettsäuren etwa in Pommes oder Chips gefordert. Der Verzehr solcher ungesättigter Fette erhöhe das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten, begründete das Parlament seinen Vorstoß. Auch Unfruchtbarkeit, Alzheimer, Diabetes oder Fettleibigkeit könnten durch diese industriell hergestellten Fette gefördert werden. Da nur einer von drei Verbrauchern dieses Risiko kenne, reiche eine Kennzeichnungspflicht nicht aus, heißt es in der Entschließung weiter.

Die Abgeordneten verwiesen darauf, dass Dänemark, Österreich, Lettland und Ungarn bereits Obergrenzen beschlossen haben. In anderen EU-Staaten, darunter Deutschland, gebe es freiwillige Beschränkungen oder Ernährungsempfehlungen. In Dänemark dürfen den Angaben zufolge bereits seit 2004 nur noch Lebensmittel in den Handel gelangen, deren Fette zu weniger als zwei Prozent aus Transfetten besteht. Seither seien Todesfälle aufgrund von Herz-Kreislauf-Erkrankungen in dem skandinavischen Land nachweislich zurückgegangen.

Solche Alleingänge schadeten aber dem gemeinsamen Binnenmarkt, stellte das Parlament fest. Daher solle die Brüsseler Kommission rasch – am besten vor Ablauf von zwei Jahren – Vorschläge für eine gemeinsame, EU-weite Obergrenze erarbeiten. Sie soll für industriell hergestellte Transfette in Lebensmitteln gelten – in Chips und Pommes, aber auch in Margarine, Blätterteig, Popcorn oder Keksen.

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Transfette sind auch in vielen Fertiggerichten enthalten. Sie sind nach Angaben des Parlaments vor allem in billigen Lebensmitteln vorhanden, so dass Verbraucher mit geringem Einkommen dem Risiko besonders ausgesetzt sind. „Es geht hier nicht darum, den Menschen den Genuss von Pommes oder Popcorn zu verbieten“, betonte die SPD-Abgeordnete Susanne Melior. Vielmehr sollten Transfette ersetzt werden.

Die EU-Kommission hatte im vergangenen Dezember angekündigt, sie werde die Probleme angehen, die mit Transfetten verbunden seien. Für Anfang 2017 ist eine öffentliche Konsultation zu dem Thema geplant. Ob und wann die Kommission Vorschläge für eine Gesetzgebung vorlegt, ist aber noch nicht klar.

Von

afp

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