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11.01.2010

07:47 Uhr

Postengeschacher

EU-Parlament blickt kritisch auf EZB-Kandidaten

VonMarietta Kurm-Engels

Das Europäische Parlament ist offenbar nicht mehr bereit, bei der Besetzung wichtiger Posten an der Spitze der Europäischen Zentralbank (EZB) die Katze im Sack zu kaufen. Der Wirtschafts- und Finanzausschuss hat die drei Kandidaten für die Nachfolge von Lucas Papademos im Amt des EZB-Vizepräsidenten zu einer Anhörung eingeladen, noch ehe sich die Politik endgültig für einen Kandidaten entschieden hat.

Bisher war es üblich, dass das Parlament einen Kandidaten einlud, wenn die Politik bereits entschieden hatte. ap

Bisher war es üblich, dass das Parlament einen Kandidaten einlud, wenn die Politik bereits entschieden hatte.

FRANKFURT. Offiziell im Rennen sind der Gouverneur der portugiesischen Zentralbank, Vitor Constancio, der Chef der luxemburgischen Zentralbank, Yves Mersch, und Peter Praet, Mitglied des Direktoriums der belgischen Zentralbank. Die Anhörung soll in dieser Woche noch vor dem Treffen der Finanzminister des Euro-Raums stattfinden. Die Eurogruppe trifft sich am Montag, dem 18. Januar.

Bisher war es üblich, dass das Parlament einen Kandidaten einlud, wenn die Politik bereits entschieden hatte. Von EZB-Präsident Jean-Claude Trichet bis Chefvolkswirt Jürgen Stark oder Direktoriumsmitglied Gertrude Tumpel-Gugerell haben sich die Direktoriumsmitglieder im Parlament vorgestellt und Fragen der Abgeordneten beantwortet. Jetzt wollen sich diese offenbar ein Bild machen können, bevor die Personalentscheidung gefällt wird. Eine Einflussnahme auf die Entscheidung der Finanzminister ist allerdings bisher nirgendwo vorgesehen.

Wie aus Brüssel ebenfalls verlautet, will die Euro-Gruppe am 18. Januar nur dann eine Entscheidung zum EZB-Vizeposten treffen, wenn sie zu einem einstimmigen Urteil kommt. Wenn nicht, soll die Auswahl auf den 15. Februar, also die nächste Sitzung des Gremiums, verschoben werden.

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