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19.10.2015

20:30 Uhr

Präsenz in Afghanistan

Nato-Verbündete sagen USA Unterstützung zu

Nach den USA haben nun auch weitere Nato-Staaten angekündigt, die militärische Präsenz in Afghanistan beizubehalten. Deutschland, Türkei und Italien sind wohl bereit, ihren Einsatz im bisherigen Rahmen fortzusetzen.

Die USA haben rund 10.000 Soldaten in Afghanistan. Die Bundeswehr stellt rund 850 Soldaten, gefolgt von Italien mit 760 und der Türkei mit etwa 500 Mann. dpa

Soldaten in Afghanistan

Die USA haben rund 10.000 Soldaten in Afghanistan. Die Bundeswehr stellt rund 850 Soldaten, gefolgt von Italien mit 760 und der Türkei mit etwa 500 Mann.

TrapaniNach dem Stopp des Truppenabzugs aus Afghanistan durch US-Präsident Barack Obama haben wichtige Verbündete nach Angaben von Spitzenvertretern der Nato ebenfalls eine Beibehaltung ihrer Präsenz zugesagt.

„Einige der größten Truppensteller haben uns bereits mitgeteilt, dass sie in ihrer gegenwärtigen Aufstellung bleiben wollen“, sagte der Nato-Oberbefehlshaber in Europa, US-General Philip Breedlove, der Nachrichtenagentur Reuters am Montag.

Weitere Einzelheiten wollte Breedlove nicht nennen. Ein anderer ranghoher Nato-Vertreter erklärte aber, Deutschland, die Türkei und Italien seien bereit, ihren Einsatz im bisherigen Rahmen fortzusetzen.

Die Bundeswehr stellt rund 850 Soldaten in Afghanistan, gefolgt von Italien mit 760 und der Türkei mit etwa 500 Mann. Die USA haben rund 10.000 Soldaten in dem Land.

Der Afghanistan-Einsatz im Wandel

Intervention

Als Reaktion auf die Anschläge vom 11. September 2001 intervenierte eine von den USA geführte Koalition in Afghanistan, um das Regime der radikalislamischen Taliban zu stürzen und die für die Anschläge verantwortliche Terrororganisation Al-Kaida zu bekämpfen.

Stabilisierung

Nach dem Sturz der Taliban stationierte die Nato von Dezember 2001 an die „International Security Assistance Force“ (Internationale Sicherheitsunterstützungstruppe, Isaf) in Afghanistan. Ihre ursprüngliche Aufgabe: Stabilisierung des Landes. Deutschland beteiligte sich an der Mission mit bis zu 5350 Soldaten.

Krieg

Im Laufe der Jahre nahmen die Angriffe der Taliban auf die afghanische Regierung und die internationalen Truppen kontinuierlich zu. Die Isaf-Truppe wurde auf bis 130 000 Soldaten aufgestockt und ging dazu über, die Taliban offensiv zu bekämpfen. In Deutschland war trotzdem noch lange von einem „Stabilisierungseinsatz“ die Rede. 2010 war der damalige Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) der erste deutsche Politiker, der von Krieg sprach.

Ausbildung

Zum Jahreswechsel soll der Isaf-Einsatz beendet und durch die Mission „Resolute Support“ (Entschlossene Unterstützung) mit etwa 13 000 Soldaten ersetzt werden. Der neue Auftrag lautet „Ausbildung, Beratung, Unterstützung“. Trotzdem kann die Truppe weiterhin in Gefechte verwickelt und Ziel von Anschlägen werden.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hatte zuletzt in einem Interview bereits eine Fortsetzung des Einsatzes der Bundeswehr in Aussicht gestellt. Wegen der angespannten Sicherheitslage müsse dem Land mit Geduld geholfen werden. „Wir dürfen nicht in Wochen oder Monaten denken.“

US-Präsident Barack Obama hatte am Donnerstag angekündigt, dass die Truppenzahl der in Afghanistan noch stationierten 9800 Soldaten auch im überwiegenden Teil des kommenden Jahres beibehalten werde.

Von

rtr

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