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24.05.2017

01:00 Uhr

Präsident der Philippinen

Duterte bittet Russland um moderne Waffen

Nach einem Angriff durch islamistische Rebellen sagt der philippinische Präsident Duterte, sein Land sei für den Kampf gegen den IS nicht gewappnet. Während seines Russland-Besuchs bat er daher Präsident Putin um Hilfe.

Gewalttätige Zusammenstöße

Nach IS-Angriff: Duterte bittet Putin um Hilfe

Gewalttätige Zusammenstöße:  Nach IS-Angriff: Duterte bittet Putin um Hilfe

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MoskauDer philippinische Präsident Rodrigo Duterte hat Russland um moderne Waffen zum Kampf gegen islamistische Rebellen gebeten. Sein Land sei nicht für den Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gerüstet, sagte Duterte bei einem kurzen Treffen mit dem russischen Staatschef Wladimir Putin am Dienstagabend in Moskau im Kreml. Das meldeten russische Agenturen.

Die Präsidenten zogen damit ihr eigentlich für Donnerstag geplantes Treffen vor. Wegen eines Angriffs des IS hatte Duterte am Dienstag für 60 Tage das Kriegsrecht über die südliche Provinz Mindanao verhängt. In dieser Zeit sollen die Sicherheitskräfte gegen mit der Terrormiliz Islamischer Staat verbündete Extremisten vorgehen.

Duterte verkürzte seinen Besuch in Russland und wollte noch in der Nacht zurück auf die Philippinen fliegen, ließ aber seine Delegation in Moskau. Die vorbereiteten Dokumente zum Ausbau der bilateralen Zusammenarbeit sollten am Mittwoch von der Delegation unterzeichnet werden, sagte Putin.

Nach Angaben von Polizei und Militär brannten die Rebellen eine katholische Kirche, ein Gefängnis und zwei Schulen sowie mehrere andere Häuser nieder. Mindestens zwei Soldaten und ein Polizist seien bei Schießereien getötet und weitere zwölf verletzt worden, sagte Verteidigungsminister Delfin Lorenzana.

In der ganzen Stadt mit 200.000 Einwohnern sei der Strom ausgefallen und überall seien Scharfschützen der Angreifer, sagte der Minister. Bei den Bewaffneten handele es sich mutmaßlich um Mitglieder der Terrorgruppen Abu Sayyaf und Maute, die dem IS die Treue geschworen haben, sagte ein Armee-Sprecher. Abu-Sayyaf-Mitglieder hatten im Februar einen entführten deutschen Segler enthauptet.

Von zivilen Opfern in der Stadt rund 800 Kilometer südlich der Hauptstadt Manila wurde zunächst nichts bekannt. Die Kämpfe brachen demnach aus, als Soldaten vergeblich versuchten, einen Abu-Sayyaf-Anführer festzunehmen.

Die Terroristen brachten nach Berichten von Einwohnern auch ein Krankenhaus unter ihre Kontrolle, wohin sie ihre Verletzten gebracht hätten. Ärzte, Pfleger und andere Patienten würden von den Bewaffneten festgehalten. Der Leiter des Krankenhauses, Mohammad Abedin, wandte sich mit einem dramatischen Appell an die Außenwelt: „Bitte betet für uns hier.“ Gebäude würden in Flammen stehen und der Strom sei ausgefallen.

Generalstabschef Eduardo Ano rief die Menschen auf, sich in ihren Häusern zu verbarrikadieren. Von Moskau aus, wo er Duterte bei einem Besuch begleitete, versicherte er, es gebe ausreichend Regierungssoldaten in der Stadt, um die Lage rasch unter Kontrolle zu bekommen.

Bürgermeister Majul Gandamra widersprach dem Generalstabschef. Es gebe nicht genügend Soldaten in der Stadt und Verstärkung würde dringend benötigt. Er selbst sei mit Verwandten im Rathaus. „Wir sind die einzigen hier, die das Gebäude verteidigen“, sagte er im Radio. „Wir werden nicht zulassen, dass die Terroristen das Rathaus einnehmen“, sagte er.

Im Süden der mehrheitlich katholischen Philippinen kämpfen muslimische Separatisten seit den 1960er Jahren für Autonomie. Immer wieder verübten sie auch Bombenanschläge. Unter dem Einfluss von Al-Kaida entstand 1991 die Organisation Abu Sayyaf. Die Gruppe finanziert ihren Kampf unter anderem mit Entführungen.

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