Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

15.07.2015

12:45 Uhr

Präsident in Irland

Gauck sieht Ende des „Schlachthauses Europa“

Menschenrechte und Flüchtlinge: Mit diesen beiden Kernthemen bestreitet Bundespräsident Joachim Gauck seinen Aufenthalt in Irland. Nach der Verleihung der Ehrendoktorwürde fand er gewohnt markige Wort.

Bundespräsident besichtigt die Bibliothek des Trinity Colleges in Dublin: Gauck ist noch bis zum Ab„Schlachthaus Europa“end  in Irland. dpa

Gauck in Irland

Bundespräsident besichtigt die Bibliothek des Trinity Colleges in Dublin: Gauck ist noch bis zum Ab„Schlachthaus Europa“end in Irland.

GlywayBundespräsident Joachim Gauck hat eindringlich an die Menschen in Europa appelliert, die Errungenschaften der europäischen Integration gegen Populisten von links und rechts zu verteidigen. Gleichzeitig müsse Europa sich daran messen lassen, wie es angesichts immer größerer Flüchtlingszahlen das Bekenntnis zu den Menschenrechten umsetze.

„Wie glaubwürdig die Europäische Union in Fragen der Menschenrechte ist, das hängt in der aktuellen Situation davon ab, wie wir in Europa mit jenen Menschen umgehen, die bei uns Zuflucht suchen, sagte Gauck am Mittwoch im irischen Galway. Dort erhielt er an der National University of Ireland die Ehrendoktorwürde.

In seiner Rede kritisierte er nach vorab verbreitetem Text, dass es mancherorts beliebt geworden sei, ein verzerrtes Bild der Europäischen Union zu zeichnen: „Intransparent, ungerecht, undemokratisch“ - so werde das „Feindbild Brüssel“ beschrieben.

Das Leben des Joachim Gauck

Neuer Alltag

Joachim Gauck ist auf Empfängen, Eröffnungen und Benefizveranstaltungen ein gern gesehener Gast. Ein schnöder Alltag? Nein, denn der Bundespräsident interpretiert seine Rolle offensiv. Seine Äußerungen zum Islam, Deutschlands Rolle in der Welt und zur Linkspartei haben hitzige Debatten entfacht.

Neue Wohnung

Das Staatsoberhaupt Deutschlands wohnt in der Präsidentenvilla in Berlin-Dahlem. Im Schloss Bellevue gibt es keine Wohnung mehr. Dort ist nur der offizielle Amtssitz des Präsidenten. Zuvor lebte Gauck viele Jahre in einer Altbauwohnung in Berlin-Schöneberg.

Neuer Beruf für die Lebensgefährtin

Daniela Schadt arbeitet seit Gaucks Ernennung zum Bundespräsidenten nicht mehr. Die 52-Jährige war zuvor als Journalistin tätig und lebte in Nürnberg. Dort war sie Leitende Politikredakteurin bei der „Nürnberger Zeitung“. Als First Lady ist sie oft an Gaucks Seite zu sehen.

Scheidung und Heirat?

Dazu müsste sich Gauck erst einmal von seiner Frau Gerhild scheiden lassen, mit der er seit 1959 verheiratet ist und vier Kinder hat. Seit 1991 leben beide getrennt, seit dem Jahr 2000 ist Gauck mit Daniela Schadt zusammen. „Er macht sich Gedanken über eine Hochzeit, aber er hat wohl noch keine Entscheidung gefällt“, sagte sein Sohn Christian kürzlich der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. „Hierzulande dürfte seine Art des Zusammenlebens heute nun wirklich kein Problem mehr sein, aber als Präsident kommt er auch in Länder, in denen andere moralische Maßstäbe gelten.“

Wichtigster Mitarbeiter

David Gill ist Staatssekretär und Chef des Präsidialamtes. Damit ist er der wichtigste Mitarbeiter des Präsidenten. Der bisherige Oberkirchenrat im Dienst der Evangelischen Kirche ist seit seiner Zeit als erster Sprecher der Stasi-Unterlagenbehörde ein enger Vertrauter Gaucks. Gill ist SPD-Mitglied.

Neuer Bürgerpräsident

Mit dem Pastor ist ein neuer Stil im Schloss Bellevue eingezogen. Auch wenn das Korsett für das Staatsoberhaupt eng is, spiel Gauck seine Karte als „Bürgerpräsident“ aus. „Ich bin nicht mal gewaschen“, sagte der 72-Jährige, als er am Abend seiner überraschenden Nominierung mit der Kanzlerin vor die Kameras trat. Seinem Sohn Christian war das peinlich. „Aber so ist er, ungeschminkt, ungefiltert“, sagte der Hamburger Arzt der „FAS“.

Dagegen gelte es klar zu machen, dass das ehemalige „Schlachthaus Europa“ mit seiner langen Geschichte verheerender Kriege am Anfang dieses Integrationsprozesses stehe. In der gegenwärtigen Krise gehe es deshalb darum, die Solidarität zu bewahren.

Von

dpa

Kommentare (3)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Helmut Weinberg

15.07.2015, 13:24 Uhr


Herr "Präsident" im Auftrage Amerika's zur "Afrikanisierung Europas" unterwegs.

Frau Ich Kritisch

15.07.2015, 14:53 Uhr

Zitat1: "Dagegen gelte es klar zu machen, dass das ehemalige „Schlachthaus Europa“ mit seiner langen Geschichte verheerender Kriege am Anfang dieses Integrationsprozesses stehe"

Nein Herr Gauk, das magaus ihrer Sicht so sein weil sie die Jahre 49 bis 89 gar nicht mitbekommen haben.
Aber am Anfang dieser Euro-EU stand die EWG und die war perfekt!

Zitat2: " „Intransparent, ungerecht, undemokratisch“ - so werde das „Feindbild Brüssel“ beschrieben."

Nur Brüssel ist undemokratisch! ist ungerecht! und ist intransparent!

Endresultat: Herr Gauck sollte die Jahre 49 bis 89 studieren und erst danach wieder was sagen.

PS:

vor 89 gab es irgendwie mehr Demokratie und mehr Selbstständigkeit in Deutschland. Erst danach wurde für alles und jedes der Staat gerufen.

Herr Alex Lehmann

15.07.2015, 14:58 Uhr

Vielleicht sollte der besser überlegen, wie Europa mit den Menschen die bei uns Zuflucht suchen, in Ihrem Land umgeht. Weiss noch 2011 als es hieß wir müssen die Rebellen gegen Assad unterstützen, dann war auf einmal die IS da und hat Flüchtlinge produziert. Vielleicht hätten wir denen einfach nicht Ihre Länder wegbomben sollen. Dieser Mensch gehört für mich zum absoluten Abschaum.
Hauptsache er und seine Machteliten können jetzt Hilfsbereitschaft heucheln, nachdem Sie sich auf Kosten von Ländern und Menschen bereichert haben. Übrigens fände ich sein Schlößchen perfekt für die Aufnahme von Flüchtlingen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×