Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

06.06.2011

11:49 Uhr

Präsident in Riad

Erneut Tote bei Gewalt im Jemen

Auch nach der Ausreise von Präsident Saleh kommt es zu Kämpfen in dem Land. Der verletzte Staatschef ist nach seiner Brustoperation wohlauf.

Ein Saleh-Gegner feiert die Ausreise des Präsidenten. Quelle: dapd

Ein Saleh-Gegner feiert die Ausreise des Präsidenten.

SanaaNach der Ausreise des verletzten Präsidenten Ali Abdullah Saleh ist es im Jemen zu neuer Gewalt gekommen. Drei Anhänger des mächtigen oppositionellen Clanchefs Scheich Sadek al Ahmar wurden am Montag in der Hauptstadt Sanaa von Heckenschützen erschossen, wie das Büro des Scheichs und Augenzeugen berichteten. Die Regierung hatte nach dem Raketenangriff auf den Präsidentenpalast am Freitag angeboten, sich aus dem umkämpften Stadtviertel Hassaba zurückzuziehen, in dem Ahmar eine festungsartige Residenz hat.

In der Hauptstadt war es in den vergangenen zwei Wochen zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen Anhängern von Präsident Saleh und seinen Kritikern gekommen war. Etwa 200 Menschen wurden dabei getötet.

In Sanaa feierten die Menschen friedlich die Ausreise des Präsidenten ins benachbarte Saudi-Arabien, wo sich Saleh einer Operation an der Brust unterzogen hatte. Nach Krankenhausangaben in Riad hat er den Eingriff gut überstanden und ist auf dem Weg der Besserung. Die Ausreise Salehs, wenn auch nur aus medizinischen Gründen, hat beim Volk im Jemen die Hoffnung auf einen baldigen Wechsel an der politischen Spitze des Landes geweckt.

Saleh war am Freitag bei einem Angriff auf seinen Palast verletzt worden und musste sich daher einer Operation unterziehen. Bei dem Angriff waren sieben Menschen getötet worden. Die Proteste im Jemen dauern seit Januar an. Die Menschen fordern den Rücktritt Salehs, der das Land seit 33 Jahren regiert.

Deutschland appellierte zusammen mit Frankreich, Großbritannien, Italien und Spanien an die Jemeniten, die vom saudi-arabischen König Abdullah initiierte Waffenruhe einzuhalten. Der Jemen solle nun rasch den Weg der Versöhnung finden, damit das Volk seine Regierung demokratisch wählen könne. „Wir sind bereit, ihm dabei unsere volle Unterstützung zu gewähren.“

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×