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10.03.2013

20:54 Uhr

„Präsident via Skype“

Schwere Zeiten für Kenyatta und Kenia

Die Wahl Uhuru Kenyattas stellt Kenia vor große Probleme. Der neue Präsident muss in wenigen Monaten in Den Haag vor Gericht. Seine Fans stehen hinter ihm. Aber kann ein Staatsoberhaupt die Geschicke seines Landes aus dem Gerichtssaal lenken?

Kenias neu gewählter Präsident Uhuru Kenyatta. AFP

Kenias neu gewählter Präsident Uhuru Kenyatta.

Addis Abeba/NairobiWenn es nach seinem Namen gehen würde, dann wäre das Urteil über Uhuru Kenyatta bereits gefällt. „Uhuru“ ist das Swahili-Wort für Freiheit. Die Wirklichkeit aber sieht anders aus: Im Juli beginnt gegen den neuen kenianischen Präsidenten ein Prozess vor dem Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit. William Ruto, der Vize-Staatschef werden soll, ist ebenfalls angeklagt.

Beide sollen nach den Wahlen 2007 ihre jeweiligen ethnischen Gruppen zu Gewalt angestiftet haben. Mehr als 1200 Menschen wurden damals niedergemetzelt - unter anderem mit Macheten und Pfeil und Bogen. Noch ist unklar, wie die Internationale Gemeinschaft auf die Wahl der beiden umstrittenen Politiker reagieren wird. Sicher scheint, dass dem ostafrikanischen Land keine einfachen Zeiten bevorstehen.

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Mindestens neun Menschen wurden getötet, darunter sechs Polizisten.

Erst im vergangenen Monat hatte das Weltstrafgericht ein Verfahren gegen den früheren Präsidenten der Elfenbeinküste, Laurent Gbagbo, eröffnet - und macht damit erstmals einem ehemaligen Staatsoberhaupt den Prozess. Mit Kenyatta wurde nun zum ersten Mal ein bereits angeklagter Politiker ganz demokratisch zum Staatschef gewählt - ungewohntes Terrain für die Richter in Den Haag.

Es stellt sich auch die Frage, wie das ganz praktisch aussehen soll: Kann ein Präsident sein Land aus einem Gerichtssaal führen? Ministerpräsident Raila Odinga, Kenyattas schärfster Konkurrent bei der Abstimmung, hatte bereits im Wahlkampf auf das Dilemma hingewiesen: „Es wird eine große Herausforderung sein, eine Regierung via Skype aus Den Haag zu lenken“, sagte er in einer TV-Debatte.

Kenyatta konterte: „Ich werde meinen Namen reinwaschen und gleichzeitig sicherstellen, dass die Regierungsgeschäfte weiterlaufen.“ Wie das aussehen soll, ließ er offen. Seine Anhänger haben derweil größtes Vertrauen in den 51-jährigen Sohn des Staatsgründers Jomo Kenyatta.

Kommentare (1)

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nyumba

12.03.2013, 16:18 Uhr

Die Wahl in Kenia hat doch bestätigt, dass UHURU Kenyatta nicht der Kriminelle bei den 2007 Wahlen war.
Vielen in Kenia wissen wer die unruhen in 2007 angestiftet hat.
Es werden die falschen beschuldigt. Damals hiss der President - KIBAKI und der Oppositionsführer hiss RAILA Odinga. Uhuru war Finazminister- und hatte keinerlei Macht über die Polizei oder die Arme.

Übrigens die westliche Media berichten über Uhuru Kenyatta als Multimilliär. Aber Wort darüber , dass der RAila Odinga ( Verlier der Wahlen) 350 000 Euro im Monat verdient , vielmehr als Angela Merkel.

Was hat der Westen gegen Uhuru??. Er ist Unschuldig bis er schuldig gesprochen wird. oder will der weste die WAhlen die der westen als FAIR bezeichnet hat nicht anerkennen. Wann beginnt Demokratie und wann hört sie auf??.









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