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24.05.2016

07:28 Uhr

Präsidentenwahl in Österreich

Die FPÖ leckt ihre Wunden

Österreich hat einen neuen Bundespräsidenten aus dem Lager der Grünen. Die knapp unterlegenen Rechtspopulisten beraten nun über mögliche Konsequenzen. Dazu könnte auch eine Anfechtung der Wahl gehören.

Der FPÖ-Kandidat war in der Stichwahl um das Amt des Staatschefs dem Sieger Alexander Van der Bellen nur um 31.000 Stimmen unterlegen. dpa

Norbert Hofer

Der FPÖ-Kandidat war in der Stichwahl um das Amt des Staatschefs dem Sieger Alexander Van der Bellen nur um 31.000 Stimmen unterlegen.

WienEinen Tag nach der Entscheidung über den künftigen Bundespräsidenten in Österreich will die knapp unterlegene FPÖ über die Konsequenzen beraten. Dazu kommt am Dienstag in Wien der Bundesparteivorstand der Rechtspopulisten zusammen.

FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl kündigte an, dass die FPÖ auch die Frage einer Wahlanfechtung prüfen werde. Dazu müsse es aber konkrete Hinweise über Fehler bei der Auszählung geben.

Der FPÖ-Kandidat Norbert Hofer (45) war in der Stichwahl um das Amt des Staatschefs dem Sieger Alexander Van der Bellen nur um 31.000 Stimmen unterlegen. Insgesamt hatten mehr als 4,4 Millionen Österreicher die neue Staatsspitze bestimmt. Hofer will zusammen mit Parteichef Heinz-Christian Strache am Dienstag vor der Presse reden.

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Der Wahlkrimi um das höchste Staatsamt in Österreich ist zu Ende. Mit dem besseren Ausgang für Ex-Grünen-Chef Alexander van der Bellen. Er besiegt den FPÖ-Politiker Norbert Hofer mit einem Vorsprung von 0,3 Prozent.

Nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis erreichte der von den Grünen unterstützte 72-jährige Van der Bellen 50,3 Prozent. Hofer war auf 49,7 Prozent gekommen. Im Fall seiner Wahl wäre Hofer der erste Rechtspopulist an der Spitze eines EU-Staats gewesen. Die Wahlbeteiligung lag bei 72,7 Prozent, wie der Innenminister mitteilte.

In einer ersten Erklärung betonte Van der Bellen, er wolle die angebliche Polarisierung im Land nicht überbewerten. „Man kann den Gleichstand auch so sehen: Es sind zwei Hälften, die Österreich ausmachen – und beide sind gleich wichtig.“ Er wolle als unabhängiger Präsident für alle Österreicher da sein und lasse deshalb seine Mitgliedschaft bei den Grünen ruhen.

Van der Bellen steht nun für die nächsten sechs Jahre an der Spitze der Alpenrepublik. Er löst am 8. Juli den Sozialdemokraten Heinz Fischer ab, der verfassungsgemäß nach zwei Amtszeiten ausscheidet.

Hofer räumte seine Niederlage noch vor Verkündung des offiziellen Ergebnisses ein. „Natürlich bin ich heute traurig. Ich hätte gerne für Euch als Bundespräsident auf unser wunderbares Land aufgepasst“, schrieb er auf Facebook.

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