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19.07.2012

13:41 Uhr

Präsidentenwahl

Indisches Parlament wählt neuen Staatschef

Der ehemalige Finanzminister Pranab Mukherjee wird mit großer Wahrscheinlichkeit Indiens neuer Präsident. Ihm steht keine leichte Aufgabe bevor: Mukherjee muss zwischen den stark zerstrittenen Parteien vermitteln.

Pranab Mukherjee, aussichtsreicher Kandidat für das Präsidentenamt, gibt im indischen Parlament seine Stimme ab. dpa

Pranab Mukherjee, aussichtsreicher Kandidat für das Präsidentenamt, gibt im indischen Parlament seine Stimme ab.

Neu DelhiIn Indien ist am Donnerstag ein neuer Präsident gewählt worden. Mit großer Wahrscheinlichkeit wird der Polit-Veteran und bisherige Finanzminister Pranab Mukherjee Nachfolger von Prathiba Patil, die das vor allem repräsentative Amt fünf Jahre lang ausübte. Die Ergebnisse der Abgeordneten-Wahl sollen am Sonntag bekannt gegeben werden. Mukherjee wird von der Regierungskoalition unter Führung der Kongresspartei unterstützt. Der 76-Jährige hatte das Amt des Finanzministers im Juni aufgegeben, um bei der Wahl anzutreten.

Dem Nachrichtensender CNN-IBN zufolge kann Mukherjee auf 67 Prozent der Stimmen zählen. Sein Herausforderer P.A. Sangma, früherer Parlamentspräsident, wird demnach lediglich von 30 Prozent der Abgeordneten unterstützt. Indiens Präsident wird für fünf Jahre von einem Gremium gewählt, das sich aus Vertretern der beiden Parlamentskammern und Abgesandten der Parlamente in den Bundesstaaten zusammensetzt. Patil war die erste weibliche Staatschefin Indiens und galt als eher unauffällige Politikerin.

Von Mukherjee, der als vermittelnde Persönlichkeit gilt, wird eine aktivere Rolle erwartet. Experten schreiben ihm eine wichtige Aufgabe bei der Regierungsbildung der zerstrittenen Parteien nach den Parlamentswahlen im Jahr 2014 zu, bei denen Umfragen zufolge keine klaren Mehrheiten zu erwarten sind. Mukherjee müsse dann seine Verhandlungskunst unter Beweis stellen und die Rolle des „Königmachers" spielen, sagte der Autor und führende politische Experte, T.K. Tripathi. Ein weiterer Experte bezeichnet ihn als „Friedensstifter" in einer „turbulenten Zeit".

Streitereien zwischen den Parteien und Korruptionsskandale lähmen seit langem die Regierungsarbeit in Indien. Für die führende Kongresspartei wird es immer schwieriger, ihre Koalitionspartner an Bord zu halten. Als Finanzminister sah sich Mukherjee mit harter Kritik konfrontiert, als das Wirtschaftswachstum nach jahrelangem Höhenflug einbrach.

Von

afp

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