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17.04.2011

16:59 Uhr

Präsidentschaft

Der IWF-Chef macht es spannend

Will Dominique Strauss-Kahn Frankreichs Präsident Sarkozy beerben? Laut Umfragen hätte er gute Chancen - aber auch viel zu verlieren.

Muss sich bald entscheiden: IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn. Quelle: Reuters

Muss sich bald entscheiden: IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn.

IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn macht es spannend: Drei Monate vor Ablauf der Frist will der gewiefte Taktiker noch immer nicht verraten, ob er Nicolas Sarkozy im kommenden Jahr die französische Präsidentschaft streitig machen will. Der in seinem Heimatland oft nur "DSK" genannte ehemalige Finanzminister muss spätestens am 13. Juli seinen Hut in den Ring werfen, wenn er für die Sozialisten antreten will.

Umfragen zufolge hätte er gute Chancen auf einen Sieg über Sarkozy und in Frankreich kochen die Gerüchte über seine Pläne immer höher. Gleichzeitig jedoch steht er vor dem Dilemma, für das Rennen mit ungewissem Ausgang sofort seinen hoch dotierten Job beim Internationalen Währungsfonds (IWF) kündigen zu müssen.

Dass Strauss-Kahn mit dem Gedanken an eine Kandidatur spielt, ist offensichtlich. Zu oft schon hat er Gelegenheiten ungenutzt verstreichen lassen, eine Teilnahme an dem Rennen klipp und klar abzusagen. So auch diese Woche bei der IWF-Frühjahrstagung in Washington: Als ein französischer Journalist den Mut zusammennahm und fragte, ob dies seine letzte Tagung als IWF-Chef sei, antwortete DSK lediglich: "Diese Frage ist irrelevant."

Sein Zögern kostet Strauss-Kahn bereits wertvolle Punkte in den Umfragen, da der Wahlkampf in Frankreich langsam an Fahrt gewinnt. Ende März stieg Francois Hollande ins Rennen ein für die Spitzenkandidatur der Sozialisten, wo er ausgerechnet gegen seine frühere Lebensgefährtin Segolene Royal sowie Parteichefin Martine Aubry antritt.

Möglicherweise sitzt Strauss-Kahn bei seiner Entscheidung noch immer das Trauma von 2006 im Nacken, als er Royal bei dem Rennen um die Parteikandidatur unterlag - für den erfolgsverwöhnten Strauss-Kahn ein schwerer Schlag. Auch beim IWF hat er viel zu verlieren: Der Job bringt viel internationales Prestige und zudem ein jährliches Salär von mehr als 400.000 Dollar.

Sein staatsmännisches Auftreten als IWF-Chef hat ihm auch in Frankreich viel Sympathie eingebracht - vor allem im Gegensatz zu dem oft impulsiven Sarkozy. Wenn er diesen jedoch beerben will, kommt er um eine baldige Entscheidung nicht herum. Viele Franzosen fragen sich wegen seines Zögerns bereits, ob Strauss-Kahn wirklich ihr Präsident sein will.

Kommentare (1)

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Kneipier

17.04.2011, 23:50 Uhr

Le Grande Nation, geführt von einem deutsch-marokkanischen Juden? Nach den Immigratensohn Sarkotzy irgendwie logisch, eben ein Ausdruck der Politikmüdigkeit oder -unfähigkeit der Franzmänner und -frauen.

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